Paralympics: Wie können unterschiedliche Behinderungen fair verglichen werden?

Ich bin gerade auf Facebook gefragt worden wie es sein kann, dass man Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen vergleicht. Dies möchte ich gerne in diesem Blogartikel erklären.

Die Behindertensportler werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Diese Einteilung nennt sich „Klassifizierung“. Die Art der Behinderung und ihre Auswirkung auf die Ausübung einer jeweiligen Sportart wird bei der Klassifizierung berücksichtigt.

Beispiel: Wenn ein Paralympics-Schwimmer Beine hat, die er aber nicht bewegen kann, hat er gegenüber einem Schwimmer ganz ohne Beine keinen Vorteil. Bei den einzelnen Sportarten gibt es verschiedene Behinderungsklassen. Deswegen wurden zum Beispiel im Tischtennis mehrere Goldmedaillen vergeben. Hier spielten Fußgänger gegeneinander und Rollstuhlfahrer gegeneinander. Bei den Rollstuhlfahrern wurde nochmal nach Beweglichkeit unterschieden beim Tischtennis.

Folgende Behinderungsarten werden in allen Sportarten unterschieden:

1. Amputierte
Athleten, denen mindestens ein Hauptgelenk in einem Glied fehlt.

2. Zerebralparese
Athleten, die an einer Beeinträchtigung des Bewegungsablaufes und der Haltung leiden, bedingt durch Schädigungen eines oder mehrerer Steuerzentren im Gehirn.

3. Sehbehinderte
Athleten, die in unterschiedlichem Maße sehbehindert sind bis hin zu völliger Blindheit.

4. Rollstuhlsport
Sportler, die zur Ausübung ihres Sports einen Rollstuhl benutzen. Die Klassifizierung findet in allen Sportarten statt, die Rollstuhlsportler betreiben (Rollstuhlrugby, Leichtathletik, Rollstuhlbasketball, Tischtennis, Rollstuhltennis).

5. Kleinwüchsige
Sportler, die höchstens 1,45 m (Männer) oder 1,37 m (Frauen) groß sind.[5]

6. Les Autres („Die Anderen, alle Übrigen“)
Dieser Begriff umschreibt Athleten mit unterschiedlichen Behinderungen, die den Bewegungsapparat betreffen, die aber in keine der anderen fünf Behinderungsklassen eingeordnet werden können.

Es werden also nur Behinderungsarten gegeneinander antreten die sehr ähnliche Einschränkungen haben oder die Auswirkung der Einschränkungen sehr ähnlich sind. Dadurch sind die Wettkämpfe sehr fair!

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Autor: Markus Lemcke

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Ein Gedanke zu „Paralympics: Wie können unterschiedliche Behinderungen fair verglichen werden?“

  1. Hallo Herr Lemcke,

    vielen Dank für diesen überausinteressanten Artikel und für die Beantwortung einer Frage, die ich seit längerem habe, aber nie gestellt habe.

    Viele Grüße

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