Paralympics-Sportler Markus Rehm wird Deutscher Meister bei den Sportlern ohne Behinderungen – Sind jetzt behinderte Menschen plötzlich mehr wert?

Markus Rehm ist als behinderter Sportler deutscher Meister der Nichtbehinderten geworden. Der Weitspringer schaffte dabei auch die Qualifikationsnorm für die Europameisterschaft im August.

In nachstehenden Artikel können Sie nachlesen was genau passiert ist:
Markus Rehm wird Deutscher Meister und schafft die EM-Norm

Markus Rehm hat eine Beinprothese. Nun wird darüber diskutiert ob eine Prothese ein unfairer Vorteil ist. Ich möchte in diesem Artikel nicht darüber nachdenken ob eine Prothese „Materialdopping“ ist. Ich möchte darüber nachdenken ob es nach diesem Ereignis noch Sinn macht, Menschen mit Behinderung als „minderwertig“ zu bezeichnen.

Die bisherige Sicht der Gesellschaft auf Menschen mit Behinderungen

Lange Zeit galten Menschen mit Behinderte als „minderwertig“. Im Schwerbehindertengesetz, dass es zum Glück nicht mehr gibt, wurde Behinderung als „regelwidriger Zustand“ definiert!

Behinderte werden oft nicht als Arbeitnehmer eingestellt, weil sie körperlich nicht so belastbar sind, wie Menschen ohne Behinderung.

Behinderte sind als Lebenspartner unattraktiv. Behinderte kosten zuviel Geld und vieles mehr. Solche Ansichten „spuken“ noch immer durch Deutschland!

Gesetze versuchen die Gleichstellung von Behinderten zu „befehlen“!

Seit 1994 steht im deutschen Grundgesetz dass der Staat Behinderte nicht benachteiligen darf. Seit 2002 gibt es ein Gleichstellungsgesetz welches den Staat dazu verpflichtet dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderung die gleichen Chancen haben wie Menschen ohne Behinderung. Seit 2007 gibt es ein Gleichbehandlungsgesetz welches u.a. verhindern soll, dass Behinderte im Umgang Bürger gegen Bürger benachteiligt werden.

Diese Gesetze waren und sind mit Sicherheit nicht schlecht! Dennoch ändern Sie nicht wirklich was an der Sichtweise wie in Deutschland über Behinderung gedacht wird.

Aufklärungsarbeit wäre meiner Meinung nach viel besser wie Gesetze! Unser Land benötigt eine neue Sichtweise auf Menschen mit Behinderungen! Der erste Fehler ist bereits menschliches Leben nach dessen Leistungsfähigkeit bewerten zu wollen. Die Fähigkeiten zwei verschiedener Körper können so unterschiedlich sein, dass ein Vergleich einfach nicht durchführbar ist.
Hilfen suchen statt bewerten!

Was ist jetzt im Sport passiert? Markus Rehm hat auf der rechten Seite nur ein halbes Bein! Das fehlen eines halben Beines ist ein schwerer Verlust. Laufen nur mit einem Bein geht gar nicht. Menschen die ein Bein verloren haben, bekommen regelmäßig Phantomschmerzen. Phantomschmerzen bedeutet, dass fehlende Teil des Beins schmerzt!
Er wollte sich aber nicht damit abfinden, dass er nun weniger Wert ist, weil ihm ein halbes Bein fehlt.

Rehm hatte eine Idee: Er besorgte sich einen künstlichen Ersatz für sein Bein. Eine Prothese! Ein Hilfsmittel!

Prothesen / Hilfsmittel machen Menschen mit Behinderung „wertvoll“ !?

Die Beinprothese sollte eigentlich nur das fehlende halbe Bein von Markus Rehm ersetzen. Markus Rehm war im Weitsprung im Vergleich mit anderen Behindertensportler immer der beste! Das war für ihn keine Herausforderung mehr.
Jetzt ist er zu den Weitspringern ohne Behinderung und hat dort gewonnen. Plötzlich ist ein behindertes Leben mit Hilfsmittel mehr wert wie ein nichtbehindertes Leben ohne Hilfsmittel! Markus Rehm hatte angeblich einen Vorteil!

Was halten Sie von der Idee? Ohne Hilfsmittel weniger wert, mit Hilfsmittel mehr wert! Ist das nicht völlig schräg? Merken Sie lieber Blogleser wie schnell es völlig unübersichtlich wird, wenn aufgrund körperlichen Möglichkeiten ein Mensch bewertet wird!

Marlem-Software baut EDV Prothesen seit dem Jahr 2000

Im Jahr 2000 gab es den ersten Webauftritt mit der Bezeichnung „Marlem-Software“. Damals war es eine private Webseite. Ich begann Software zu entwickeln die behinderte Menschen helfen den Computer zu bedienen. Ich habe diese Software „Behindertensoftware“ genannt. Diese Art von Software(=Prothese) befähigt behinderte Menschen den Computer so zu bedienen als ob diese keine körperliche Einschränkung haben. Ich war und bin der Meinung, dass behinderte Menschen mit Hilfe von „EDV-Prothesen“ gleiches lesten können wie Menschen ohne Behinderungen.

Lassen Sie uns Hilfsmittel / Prothesen bauen um körperliche Einschränkungen auszugleichen!

Der Sieg von Markus Rehm im Weitsprung gegen Sportler ohne Behinderung zeigt ganz klar, dass es sich lohnt behinderte Menschen zu unterstützen. Es ist nicht sinnvoll Menschen zu ignorieren oder in eine Ecke zu stellen nur weil diese körperliche Einschränkungen haben.

Menschen mit Behinderung können durch Hilfsmittel / Prothesen körperliche Einschränkungen ausgleichen. Ein Leben mit Behinderung muss überhaupt nicht zwangsläufig weniger wert sein als ein Leben ohne Behinderungen.

Wenn Sie eine Behinderung haben, dann suchen Sie nach Prothesen welche Sie zum Sieger machen. Wenn Sie keine Behinderung haben und einen Menschen mit Behinderung begegnen, dann überlegen Sie welche „Prothese“ (=Hilfsmittel) er benötigt, damit er ein glückliches Leben führen kann.

Ich und mein Unternehmen Marlem-Software werden weiterhin EDV-Prothesen bauen, weil durch Prothesen das Leben von Menschen mit Behinderung noch mehr Möglichkeiten hat!

Ich würde mir wünschen, dass dieses Ereignis dazu führt das ganz Deutschland über Menschen mit Behinderung neu nachdenkt!

Jeder Mensch ist wertvoll und kann Höchstleistungen vollbringen! Der eine ohne, der andere mit „Prothese“ !!!

Danke an Markus Brehm!!!

Autor: Markus Lemcke

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