Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung 2014 – Gedanken von Markus Lemcke

Heute ist der 3. Dezember 2014. Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen um schriftlich darzustellen, was es für Mißstände in Deutschland gibt in Sachen Chancengleichheit für Behinderte Menschen.

Warum gibt es den Internationale Tag der Menschen mit Behinderung?

In Wikipedia steht folgendes:
Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember jedes Jahres (auch: Internationaler Tag der Behinderten) ist ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenk- und Aktionstag, der das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten und den Einsatz für die Würde, Rechte und das Wohlergehen dieser Menschen fördern soll.

Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich

Ja, wir Behinderte haben ein Behindertengleichstellungsgesetz und wir sind auch per Gesetz vor Diskriminierung geschützt: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)  .

Der Behindertensport zieht langsam nach

Dieses Jahr war es zum ersten Mal, dass bei den Paralympics die Behindertensportler genau so viel Geld bekommen haben wie die Sportler ohne Behinderung:
Mehr Geld für Gold: Höhere Prämien bei Paralympics

Behindertensportler haben es nach wie vor sehr schwer Sponsoren zu finden oder ins Fernsehen zu kommen. Simone Briese-Baetke wurde dieses Jahr im Rollstuhlfechten Europameisterin:
Simone Briese-Baetke ist Europameisterin

Ich haben dem aktuellen Sportstudio eine Mail geschrieben in der ich anfragte, ob sie nicht Frau Briese-Baetke einladen möchten, weil Sie Europameisterin im Rollstuhlfechten geworden ist.
In der Antwortmail stand u.a. folgendes:
Die Berichterstattung über Fußball hat schon immer den Hauptteil des „aktuellen sportstudios“ ausgemacht und war und ist das zentrale Thema der Sendung.
….
Bitte vergessen Sie auch nicht, dass sich ein Millionenpublikum in seinen Wünschen und Erwartungen unterscheidet.

Ich empfand die Antwort als sehr ausweichend. Zum Thema Millionenpublikum:
2013: 7,5 Millionen schwerbehinderte Menschen leben in Deutschland
Das sind „nur“ Schwerbehinderte. Menschen die unter 50 Grad der Behinderung haben, sind hier nicht erfasst!

Arbeiten mit Behinderung

Ich sage es mal ganz offen: Ich habe mich nur selbstständig gemacht, weil ich keinen Arbeitsplatz gefunden habe bei dem es mir dauerhaft gut geht!
Oft habe ich in Angestelltenverhältnissen zu hören bekommen, dass ich zu langsam bin und wenn man langsam ist, ist es völlig egal wieviel EDV-Wissen man im Kopf hat! Das ist eine sehr abenteuerliche Theorie liebe Arbeitgeber!

Eine gute Freundin von mir hat ebenfalls die Behinderung Spastik  . Sie hat SOZIALpädagogik studiert und findet wegen Ihrer Behinderung kein Anstellungsverhältnis als Sozialpädagogin. Das ist sehr SOZIAL!!!

Demokratie ist, jeder darf sich äußern, aber geändert wird nichts!

Dieses Motto hat wohl die Stadtverwaltung Reutlingen. Ich durfte einen Leserbrief schreiben, der auch von der Reutlinger Tageszeitung „Reutlinger General Anzeiger“ veröffentlicht wurde: Es gibt dringenden Verbesserungsbedarf
Aber es gab keine Reaktion. Obwohl es in Reutlingen, zumindest statistisch, die SPD und die Grünen gibt, beide Parteien haben das obige Gleichbehandlungsgesetz und Gleichstellungsgesetz für Behinderte beschlossen, gab es keine Reaktion auf meinen Leserbrief. Das macht doch so richtig Mut sich politisch zu engagieren, wenn die Probleme einer „Randgruppe“ völlig ignoriert werden!

Wann kommt die Inklusion?

Kennen Sie das Lied „Die Flut“? Im Refrain heißt es „Wann kommt die Flut, die mich mit fortnimmt, in ein anderes großes Leben, irgendwo.“.
Hier das Youtube-Video zum Lied

So geht es mir mit der Inklusion hier in Reutlingen! Ich singe „Wann kommt die Inklusion, die mich mit fortnimmt, in ein anderes großes Leben, irgendwo.“.

Ach Verzeihung, obwohl wir schon seit 3 Jahren von Inklusion reden, wissen Sie gar nicht was das ist! Auf der Webseite von Aktion Mensch wird es so definiert:

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion.

Quelle: Was ist Inklusion

Damit das ganze noch etwas anschaulicher wird, zeige ich hier nochmal das Video von Markus Kurth zum Thema Inklusion:

Heute am 3. Dezember 2014 wurde im Bundestag eine Debatte zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen. Die ganze Debatte können Sie auf nachstehenden Video verfolgen.

Mit diesem Video möchte ich diesen Blogartikel beenden!

Es gibt noch viel zu ändern, machen Sie liebe Blogleser mit?

Autor: Markus Lemcke

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Ein Gedanke zu „Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung 2014 – Gedanken von Markus Lemcke“

  1. Vielen Dank für diesen Artikel und die Videos.

    Ich muss zugeben, dass ich selbst als Betroffener nicht wusste, dass heute der Internationale Tag der Behinderten ist. Gerade das Inklusion-Erklärvideo mit dem Pinguin finde ich toll.

    Ich werde Sie auch noch einmal per Mail kontaktieren.

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