Vision 2015: Dass alle Menschen gleich sind!

In diesem Blogartikel erkläre ich was Diskriminierung und Antidiskriminierung ist und warum ich mich aktiv gegen Diskriminierung engagiere.

Was ist Diskriminierung?

Bevor ich über Antidiskriminierung schreibe, muss ich erklären was Diskriminierung ist.
In Wikipedia steht folgendes:
Diskriminierung bezeichnet eine gruppenspezifische Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder einzelnen Personen.
Quelle: Diskriminierung

Diskriminierung kann folgendermaßen definiert werden:
Diskriminierung ist Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität

Diskriminierung: ein konkreter Fall aus Reutlingen

Einem schwarzen jungen Mann wurde zum wiederholten Mal wegen seiner Hautfarbe der Eintritt zu einer Disco (M-park) verwehrt. Nur durch die Unterstützung des „Büros zur Umsetzung von Gleichbehandlung (BUG) e.V.“ aus Berlin konnte er sich gegen das erlittene Unrecht zur Wehr setzen und nach dem seit 2006 gültigen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) gegen die Diskothek eine Klage einreichen. Das Landgericht Tübingen und in zweiter Instanz das OLG Stuttgart gaben dem Jugendlichen Recht.
Quelle: Ansätze und Perspektiven

Weitere Beispiele für Diskriminierung

Ein Mensch mit Behinderung bekommt eine Absage auf eine Bewerbung in der steht:
„Wir stellen grundsätzlich keine Menschen mit Behinderung ein, die sind zu oft krank!“.
Folgende Absagen auf Bewebungen sind ebenfalls Diskriminierung:
„Aufgrund Ihrer dunklen Hautfarbe können wir Sie nicht einstellen“
„Es tut uns leid, aber Homosexualität geht in unserem Unternehmen gar nicht. Deswegen können Sie bei uns nicht arbeiten.“
„Leider tragen Sie ein Kopftuch, das können wir in unserem Unternehmen nicht tolerieren!“

Mietverträge in denen zum Beispiel steht:
„Wir vermieten nicht an Menschen mit dunkler Hautfarbe.“
„Wir vermieten nicht an Homosexuelle.“

Sind ebenfalls Diskriminierung!
Das sind alles Beispiele für Diskriminierung.

Was ist Antidiskriminierung?

Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz steht in § 1 Ziel des Gesetzes:
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.
Quelle:  Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Antidiskriminierung bedeutet also, dass alle Menschen gleich viel wert sind und kein Mensch wegen Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität benachteiligt werden darf.

Runder Tisch Antidiskriminierung Reutlingen

Aufgrund oben wiedergegeben Disko-Falls gab es Menschen in Reutlingen, die dafür sorgen möchten dass Diskriminierung in Reutlingen nicht statt findet. Sie gründeten den Runden Tisch Antidiskriminierung Reutlingen  .

Ein Film ensteht gegen Diskriminierung

Der Runde Tisch beauftragte Harald Sickinger einen Film zu machen zur Aufklärung in Sachen Antidiskriminierung. Harald Sickinger beschäftigt wie Kommunikation gelingt und zur Entwicklung eines solidarischen Gemeinwesens beiträgt.
Herr Sickinger fand mich im Internet und so wurde ich einer von mehreren Darstellern im Film gegen Diskriminierung.

Der Film wurde in Reutlingen, Tübingen und auch in Metzingen gezeigt:
Der Nachteil anders zu sein

Als Jedi-Ritter am Runden Tisch

Empowerment-Gruppe des Runden Tisches gegen Diskriminierung

Zusätzlich zum Runden Tisch entstand eine Empowerment-Gruppe. Diese Gruppe will die Menschen, welche Diskriminierungserfahrungen durch litten haben, in unser ADB-Projekt einbinden. Quelle: Empowerment

Seit Juli 2014 bin ich regelmäßiger Teilnehmer dieser Empowerment-Gruppe.

Glaube kann helfen, Glaube kann aber auch diskriminieren

Ich schreibe diesen Abschnitt mit sehr viel Bauchschmerzen, aber er muss geschrieben werden. Ich bin Christ, lese regelmäßig in der Bibel und gehe regelmäßig in die Kirche (ICF Reutlingen ). Für mich ist Glaube eine ganz tolle Sache.
Seit ich im ICF bin, genieße ich ein unbeschwertes Glaubensleben. Das war aber nicht immer so …

Leider habe ich es immer wieder mal erlebt, dass Menschen die regelmäßig eine Kirche besuchen, sich als was „besseres“ fühlen wie Menschen die keine Kirche besuchen. Hier beginnt schon Diskriminierung!

In meiner Bibel steht nicht, dass es „bessere“ und „schlechtere“ Menschen gibt.
Trotz eindeutiger Bibelstellen, musste ich erleben, dass über „Behinderung“ in unterschiedlichen Kirchen sehr unterschiedlich gedacht wird. Immer wieder traf ich Menschen, die der Meinung waren Behinderung entsteht durch Sünde.

Das Thema Homosexualität wird noch immer in einigen Kirchen sehr heftig „bekämpft“. In solchen, oft „hitzigen“, Diskussionen geht oft der Respekt und die Würde von homosexuellen Menschen verloren. Es passiert aber noch was anderes, was ich beim Thema „Behinderung“ auch oft beobachte: Diese Menschen werden reduziert auf ihre andersartige Sexualität. Dass diese Menschen trotzdem hilfsbereit, einfühlsam, ehrlich oder umweltbewußt sein können und noch viele andere positive Charaktereigenschaften haben können wird im wilden verbalen „Kampf“ oft völlig vergessen.
Die Reduzierung von Menschen auf eine einzige Eigenschaft ist ein typisches Merkmal von Diskriminierung.

Weil ich Glaube bin ich gegen Diskriminierung!

Zum Schluss dieses Artikels möchte ich klar stellen, dass es nicht im Sinne einer Religion sein kann, dass Menschen mit bestimmten „Eigenschaften“ herabgesetzt oder ausgegrenzt werden.

Hierzu möchte ich eine Bibelstelle mit Ihnen anschauen: 2. Mose 4,10-16:
10 Mose aber sprach zu dem HERRN: Ach mein HERR, ich bin je und je nicht wohl beredt gewesen, auch nicht seit der Zeit, da du mit deinem Knecht geredet hast; denn ich habe eine schwere Sprache und eine schwere Zunge.
11 Der HERR sprach zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund geschaffen? Oder wer hat den Stummen oder Tauben oder Sehenden oder Blinden gemacht? Habe ich’s nicht getan, der HERR?
12 So geh nun hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren, was du sagen sollst.
13 Mose sprach aber: Mein HERR, sende, welchen du senden willst.
14 Da ward der HERR sehr zornig über Mose und sprach: Weiß ich denn nicht, daß dein Bruder Aaron aus dem Stamm Levi beredt ist? und siehe, er wird herausgehen dir entgegen; und wenn er dich sieht, wir er sich von Herzen freuen.
15 Du sollst zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen. Und ich will mit deinem und seinem Munde sein und euch lehren, was ihr tun sollt.
16 Und er soll für dich zum Volk reden; er soll dein Mund sein, und du sollst sein Gott sein.

In Vers 11 gibt Gott ganz klar zu verstehen, dass für ihn wichtig ist, dass es verschiedene Menschen gibt. Desweiteren können wir aus dieser Bibelstelle lernen, dass Gott keine Menschen „wegwirft“. Mose kann nicht richtig gut reden. Das ist in diesem Fall richtig ungeschickt, weil er soll mit einem Pharao reden. Das müssen Sie sich so vorstellen, wie wenn jemand der richtig heftig stottert zur Bundeskanzlerin geschickt wird um mit Ihr mündliche Verhandlungen aufzunehmen. Ja, sowas macht man einfach nicht!? Doch! Gott macht sowas!

Gottes Lösung für dieses „schwerwiegende“ Problem ist genial: Mose bekommt einen Assistent, einen Gehilfen! Mose muss also irgendwelche Eigenschaften haben die Gott viel wichtiger sind, wie sein Sprechproblem. Er wird trotz Sprechproblem zum Pharao geschickt. Gott sieht immer den ganzen Menschen, nicht nur eine Eigenschaft.

Antidiskriminierung ist also höchst biblisch!

Autor: Markus Lemcke

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