World Usability Day 2017 Markus Lemcke ist Referent: Inklusion von Barrierefreiheit in die Benutzerfreundlichkeit

Artikel aktualisiert am 14.11.2017

Am 9. November 2017 war ich zum ersten Mal auf dem World Usability Day Referent.
Frau Prof. Beck von der Hochschule Esslingen und Frau Bierkandt, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fraunhofer IAO haben mich darum gebeten, dass ich am diesjährigen World Usability Day einen Vortrag halte. Das Thema vom diesjährigen Usability Day ist Inklusion . Das ist der Grund, warum ich dieses Jahr die hohe Ehre habe, als Referent mitzuwirken. Usability heißt auf deutsch Benutzerfreundlichkeit.

Mein Vortrag den ich gehalten habe in Kurzform:

Für Personen die nicht gerne lesen, gibt es jetzt auch ein Youtube-Video:

Inklusion – Was ist das?

Nicht das von vornherein negative Verständnis von Behinderung soll Normalität sein, sondern ein gemeinsames Leben aller Menschen mit und ohne Behinderungen.

Quelle: Unbehindertenrechtskonvention

Barrierefreiheit in der Informatik – Was ist das?

Barrierefreiheit in der Informatik bedeutet, dass Webseiten, Programme und Betriebssysteme so gestaltet sind, dass sie von allen Menschen, auch von Menschen mit körperlichen Einschränkungen, bedient werden können.
Barrierefreiheit heißt auf englisch Accessibility.

Was ist ein Screenreader?

Ein Screenreader ist eine Software die den Bildschirminhalt vorliest oder in Blindenschrift übersetzt. Screenreader werden von Blinden und Sehbehinderten Menschen verwendet.

Usability – Was ist das?

Usability ist die Gebrauchstauglichkeit oder Benutzerfreundlichkeit. Es geht darum, ob der Gebrauch oder die Benutzung des Systems so ist, dass ich meine Aufgabe mit möglichst wenig Aufwand erreichen kann. Ein „System“ kann eine Webseite, eine Software oder ein Betriebssystem sein.

Zielgruppe für Barrierefreiheit

Es gibt 10 Millionen Menschen mit Behinderungen, laut statischen Bundesamt in Deutschland. Es gibt 17 Millionen Senioren, laut Webseite „Statista“ in Deutschland, die aufgrund Ihres fortgeschrittenen Alters körperliche Einschränkungen haben können. Beide Personengruppen gehören zur Zielgruppe.

Bildschirmtastatur von Marlem-Software

Das Wörterbuch auf der rechten Seite und die Wortergänzung ist für mich Accessibility, also Barrierefreiheit, weil es Menschen mit eingeschränkten Händen hilft schneller zu schreiben.

Bildschirmtastatur von Marlem-Software

Bildschirmtastatur von Marlem-Software

Bildschirmtastatur Android 7

Android Smartphones haben auch eine Bildschirmtastatur und eine Wortergänzung über der Tastatur! Hier dient die Wortergänzung der Usability, also Benutzerfreundlichkeit.

Bildschirmtastatur des Betriebssystems Android 7

Bildschirmtastatur des Betriebssystems Android 7

Farbwahl

Farben machen Webseiten und Programme benutzerfreundlich. Die falsche Farbwahl schafft Barrieren für Menschen mit Farbenfehlsichtigkeit. Farbenfehlsichtigkeit bedeutet, dass verschiedene Farben nicht unterschieden werden können und somit einer bestimmten Farbe auch nicht der korrekte Farbname zugeordnet werden kann.

Oben ist die Schriftfarbe gut sichtbar, weil ein guter Farbkontrast zwischen Hintergrund-und Schriftfarbe gewählt wurde unten nicht

Oben ist die Schriftfarbe gut sichtbar, weil ein guter Farbkontrast zwischen Hintergrund-und Schriftfarbe gewählt wurde unten nicht

Leichte Sprache / Einfache Sprache

Laut Leo-Grundbildstudie gibt es 7,5 Millionen Deutsch sprechende Erwachsene die nur eingeschränkt lesen und Schreiben können. Dies steht im Buch über Usability. Im Behindertengleichstellungsgesetz – BGG im § 11 Verständlichkeit und Leichte Sprache gibt es ebenso die Forderung nach einfacher Sprache. Ebenso in der BITV 2.0, Richtlinie für barrierefreies Webdesign.

Responsive Webdesign

Die Benutzerfreundlichkeit fordert, dass Responsive Webdesign Geräteunabhängig ist. Geräteunabhängigkeit machen responsive Webseiten barrierefrei, weil eine Webseite so gestaltet sein muss, dass sie auch von einem Screenreader und ggf. einer Braillezeile „gelesen“ werden kann.
Das einfache Vergrößern (zoomen) von Text unterstützt die Benutzerfreundlichkeit und die Barrierefreiheit.

Tastaturbedienbarkeit

Es gibt Menschen die keine Behinderung haben und trotzdem lieber eine Software per Tastatur bedienen als mit der Computermaus (Benutzerfreundlichkeit). Blinde und sehbehinderte Menschen können Software nur per Tastatur bedienen. (Barrierefreiheit)

Schlussbemerkung

Es gibt viel Gemeinsamkeiten zwischen Barrierefreiheit und Benutzerfreundlichkeit in der Informatik.

Deswegen mein Wunsch:
Wenn Sie über Usability nachdenken, dann denken Sie gleichzeitig über Inklusion von Accessibility nach.

Markus Lemcke als Referent

Markus Lemcke als Referent

 

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