Eingabehilfe / Erleichterte Bedienung / Barrierefreiheit von Windows 8

Seit Freitag den 26.10.12 ist Windows 8 auf dem Markt. Was das neue Betriebssystem von Microsoft an Eingabehilfen bzw. erleichterte Bedienung für behinderte Menschen bietet erfahren Sie in diesem Blogartikel.

Für viele Menschen mit Behinderung ist der Computer die einzige Möglichkeit mit der Außenwelt zu kommunizieren oder zu arbeiten. Seit Windows 95 sind Eingabehilfen ein fester Bestandteil des Betriebssystems. Hier folgt ein Überblick welche Eingabehilfen / Erleichterte Bedienung Windows 8 hat.

 

Installation von Windows 8

Die Installation ist grundsätzlich auch für blinde Menschen möglich. Leider ist der Screenreader „Narrator“ erst nach Eingabe des Produktkeys zur Verfügung. Die Installation ist für einen Blinden ohne fremde Hilfe nicht möglich. Da der Blinde während der Installation nur dann Rückmeldung vom Screenreader bekommt, wenn des auf dem Bildschirm was zum auswählen gibt, ist es für Blinde nicht möglich einzuschätzen wie lange die Installation noch geht! Hier muss also in Zukunft nachgebessert werden.

 

Bedienung der Oberfläche

Es gibt zwei „Ansichten“. Die neue App-Oberfläche oder den alt bekannten Desktop.
Ich als Spastiker (Sauerstoffmangel bei der Geburt) empfinde die Oberfläche „anstrengend“! Das Menü, welches aufklappt wenn man in die rechte obere oder untere Ecke geht mit der Maus, ist für meine Behinderung nicht barrierefrei. Um an die Eingabehilfen überhaupt ran zu kommen muss man mit dem Mauszeiger nach rechts, dann erscheint ein Menü. Dort klicken Sie auf das Symbol „Start“. Nun erscheint die App-Oberfläche. Wenn Sie auf dieser Oberfläche einen Rechtsklick machen, kommt unten eine Leiste mit einem Symbol „Alle Apps“. Mit ein linken Mausklick auf dieses Symbol kommt eine Auflistung der Apps. Dort ist dann auch die „Erleichterte Bedienung“, also die Eingabehilfen für Behinderte sichtbar.

Nach der Installation bietet Windows 8 folgende Accessibility-Features / Eingabehilfen:

  • Bildschirmlupe
  • Bildschirmtastatur
  • Screenreader
  • Spracherkennung
  • Hoher Kontrast
  • Einrastfunktion
  • Anschlagsverzögerung
  • Maustastenfunktionen für Linkshänder
  • Doppelklick- und Zeigergeschwindigkeit ändern

Ich möchte alle Eingabehilfen von Windows 8 kurz vorstellen und erklären wem Sie was bringen.

 

Erleichterte Bedienung – Bildschirmlupe

Ein Bildschirmlupe ist ein Programm mit dessen Hilfe der Bildschirminhalt vergrößert werden kann. Menschen mit einer Sehbehinderung benötigen eine Bildschirmlupe. Die Bildschirmlupe findet man im Zubehör bei Erleichterte Bedienung. Sie können aber auch über die Systemsteuerung ? Erleichterte Bedienung ->Visuelle Darstellung des Bildschirms optimieren gestartet werden. Das Programmfenster hat ein großes Minus-und Plus. Hier kann mit einem Mausklick der Vergrößerungsfaktor verändert werden. Im Menü „Ansicht“ kann man die Darstellung der Lupe verändern. Wenn der Modus „angedockt“ aktiviert ist wird der Bildschirm geteilt und am oberen Rand ein Fenster mit der Vergrösserung angedockt, während der Rest des Bildschirms in normaler Grösse angezeigt wird. Nach dem Start der Bildschirmlupe sollten Sie zuerst in den Optionen „Dem Tastaturfokus folgen“ und „Für die Bildschirmlupe der Texteinfügemarke folgen“ aktivieren, da sonst keine Verfolgung des Fokus durch die Bildschirmlupe stattfindet und der Anwender ständig beim Arbeiten die Bildschirmlupe neu fokussieren muss, damit er weiß, was er gerade tut. Im nachstehenden englischsprachigen Youtube-Video sehen Sie wie die Bildschirmlupe funktioniert.

 

 

Erleichterte Bedienung – Bildschirmtastatur

Es gibt Menschen die an den Händen so stark eingeschränkt dass sie mit einer Hardware-Tastatur nicht arbeiten können. Hier hilft eine Bildschirmtastatur. Eine Bildschirmtastatur ist eine Software die eine Tastatur darstellt. Die Tasten werden dann mit dem Mauszeiger angeklickt. Die Bildschirmtastatur ist im Startmenü ? Zubehör ? Erleichterte Bedienung.

Die Wortvervollständigungsfunktion ist für Menschen welche behinderungsbedingt die Maus nur sehr schwer bedienen können eine tolle Sache. Sobald man beginnt, ein Wort zu schreiben, erscheinen am oberen Rand der Tastatur einige mögliche Wörter als Vorschläge und sobald das richtige Wort erscheint, lässt es sich anklicken und in den Text einfügen.

Für Menschen die Probleme haben die Maustaste zu drücken wenn der Mauszeiger über eine Taste schwebt, kann dies in den „Optionen“ geändert werden. Hier wählt man „Auf Tasten zeigen“ aus und stellt ein wie lange der Mauszeiger über eine Taste schweben soll, bis die Taste „von selber“ gedrückt wird.
Leider ist es nicht möglich, die Bildschirmtastatur am oberen oder am unteren Bildschirmrand anzudocken, so dass diese nicht ständig Teile von Programmen überdeckt und ständig auf dem Desktop verschoben werden muss.

In der Desktop-Ansicht ist in der Startleiste die Bildschirmtastatur standardmäßig eingeblendet. Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass seit Iphone und Smartphone die Bildschirmtastatur was völlig „normales“ ist. Als ich ungefähr im Jahr 2002 meine Bildschirmtastatur für behinderte Menschen entwickelte wurde ich verständnislos gefragt „Wer den so was benötigt?“. 10 Jahre später arbeiten nicht nur Menschen mit Behinderung damit! STRIKE!!!

 

Erleichterte Bedienung – Screenreader

Ein Screenreader ist eine Software die den Inhalt des Bildschirms vorliest. Screenreader werden von blinden und sehbehinderten Menschen benutzt. Der Screenreader von Windows heißt „Narrator“. In der App-Ansicht gehen Sie in „Erleichterte Bedienung“ und dort wählen Sie die „Sprachausgabe“. Wenn Sie in der App-Ansicht sind, müssen Sie in die Desktop-Ansicht wechseln. Dort gehen Sie mit dem Mauszeiger in die rechte obere Ecke, damit das seitliche Menü kommt. Dann klicken Sie auf das Menü „Einstellungen“. Jetzt gibt es ein Menü „Systemsteuerung“. Wenn Sie dort angeklickt haben, sehen Sie auf der rechten Seite die „Erleichterte Bedienung“. Dort anklicken. Dann klicken Sie auf „Center für erleichterte Bedienung“ und Dort auf „Sprachausgabe starten“.
Die Suche ist mit dem Screenreader etwas holprig. Es kann nach „Apps“, Dateien und Einstellungen gesucht werden. Da der Screenreader nur das Eingabefeld für die Suche vorliest, ist es am Anfang verwirrend, wenn kein Suchergebnis angezeigt wird. Zudem wird das Suchergebnis nicht automatisch vom Screenreader vorgelesen, so dass man erst mit der Tabulator-Taste den Bildschirm absuchen muss, bis man die Ergebnisse findet. Zu guter Letzt darf man die Eingabetaste drücken, um die Anwendung zu starten.

 

Erleichterte Bedienung – Spracherkennung

Die Spracherkennung gehört schon seit einigen Jahren zu den Eingabehilfen von Windows. In den letzten Jahren gab es hier große Fortschritte. Sie ist zu einer praktischen Alternative zur Eingabe von Texten und Befehlen per Tastatur geworden, obwohl diktierter Text immer noch überprüft und korrigiert werden muss. Die Spracherkennung kann in der App-Ansicht folgender Maßen gestartet werden:
Rechter Mausklick in eine freie Fläche. Dann kommt unten die Leiste mit dem Symbol „Alle Apps“. Dann kommt die App-Ansicht. In der vierten Spalte von rechts ist die „Erleichterte Bedienung“. Ganz unten ist die Spracherkennung.

Als erstes müssen Sie die Spracherkennung einrichten. Der Einrichtungsassistent ist selbsterklärend. Nachdem Sie die Spracherkennung eingerichtet haben, können Sie erste Diktierversuche starten. Sie können die Sprachreferenzkarte ausdrucken, um jederzeit allgemeine Befehle nachschlagen zu können, oder das Sprachlernprogramm auszuführen.

Um mit der Spracherkennung zu arbeiten sind folgende Schritte notwendig:
1. Kehren Sie nach dem Einrichten der Spracherkennung zur Seite Spracherkennung der erleichterten Bedienung zurück (führen Sie ggf. die Schritte 1 bis 4 der Anleitung auf Seite 114 f. erneut aus).
2. Klicken Sie auf die Mikrofonschaltfläche der Spracherkennungssteuerung.
3. Sprechen Sie Befehle wie WordPad öffnen in das Mikrofon.
4. Sprechen Sie einen kompletten Satz in das Mikrofon.
5. Klicken Sie erneut auf die Mikrofonschaltfläche, um die Spracherkennung auszuschalten.
6. Klicken Sie auf die Schaltfläche Schließen der Spracherkennungssteuerung, um das Programm zu schließen.

 

Erleichterte Bedienung – Kontrast und Objektgröße steuern

Für Sehbehinderte Menschen ist der richtige Kontrast und die Objektgröße wichtig. Diese Einstellungen macht man in der Systemsteuerung, „Darstellung und Anpassung“. Text und Elemente vergrößern ist in „Anzeige“ zu finden. Hoher Kontrast und Einstellungen für Sehbehinderte findet man im „Center für erleichterte Bedienung“.

 

Erleichterte Bedienung – Einrastfunktion

Menschen die behinderungsbedingt nur mit einer Hand den Computer bedienen können oder motorische Einschränkungen in den Händen haben, können zwei bis drei Tasten nicht gleichzeitig drücken. Für diese Menschen sind die Einrastfunktionen genau richtig. Hier kann eine Tastaturmaus aktiviert werden oder festgelegt werden das Umschalttaste oder andere Zusatztasten eingerastet bleiben. Ausserdem kann man ebenso eine Anschlagsverzögerung aktivieren.

 

Erleichterte Bedienung – Anschlagsverzögerung

Die Anschlagverzögerung dient dazu, dass Menschen mit einer motorischen Behinderung der Hände nicht versehendlich mehrmals die gleiche Taste drücken, weil sie zu wenig schnell die Taste loslassen können.

 

Erleichterte Bedienung – Maustastenfunktionen für Linkshänder

Gerade Menschen mit Behinderungen können auch behinderungsbedingt Linkshänder sein. Die Maus auf Linkshänder umstellen können Sie in der Systemsteuerung ? Geräte und Drucker ? Maus. Hier können Sie die Maus auf linkshändig umstellen und zurück.

 

Erleichterte Bedienung – Doppelklick- und Zeigergeschwindigkeit ändern

Es gibt Menschen die aufgrund Ihrer Behinderung Probleme haben, bei einem Doppelklick schnell genug zu klicken. Andere Behinderte haben ist der Mauszeiger zu schnell. Beides kann hier geändert werden. Klicken Sie in der Systemsteuerung zuerst auf Hardware und Sound und dann unter Geräte und Drucker auf den Link Maus. Hier können Sie die Doppelklickgeschwindigkeit und die Zeigergeschwindigkeit ändern.

 

Erleichterte Bedienung – Standardschaltfläche und Zeigerspur

In der Systemsteuerung bei Erleichterte Bedienung „Hardware und Sound“, „Geräte und Drucker“ und dann der Link „Maus“. Im Register „Zeigeroptionen“ kann die Standardschaltfläche als Vorauswahl festgelegt werden. Das bedeutet, dass so bald ein Dialogfenster aufgeht, der Mauszeiger dort zur der Schaltfläche springt, die als Standard eingestellt wurde.
Um den Mauszeiger besser sehen zu können während er sich bewegt, können Sie anklicken, dass er eine Zeigerspur hinterlassen soll. Außerdem können Sie bestimmen wie lange diese Zeigerspur sein soll.

 

Eingabehilfen bzw. Erleichterte Bedienung bzw. Barrierefreiheit bei Windows 8 – Schlussbemerkungen

Microsoft gibt sich sehr viel Mühe um Menschen mit Behinderungen das bedienen eines Computers zu ermöglichen. Es kommen regelmäßig neue Möglichkeiten hinzu und bestehende werden verbessert. Das da gelegentliche Pannen passieren, wie das blinde Menschen eine Seriennummer ohne Screenreaderunterstützung eingeben müssen, ist ärgerlich aber kein Beinbruch.
Dennoch ist für mich Windows 8 nicht barrierefrei! Das wechseln zwischen Desktop-Ansicht und App-Ansicht ist mehr als lästig! Die Startleiste (Charms-Leiste) auf der rechten Seite ist für Menschen mit einer motorischen Behinderung und auch für mich als Spastiker eine Zumutung. Es ist ein anstrengender Marathon von linken und rechten Mausklicks bis man in der App-Oberfläche die „Erleichterte Bedienung“ erreicht hat.
Desweiteren gefällt mir nicht dass die erleichterte Bedienung im ganzen Betriebssystem verteilt ist. Ich wünsche mir in der App-Oberfläche bei „Erleichterte Bedienung“ ein Symbol mit dem ich sofort zu den Einstellungsmöglichkeiten der Systemsteuerung gelange. Das gleiche in der Systemsteuerung. Einige Einstellungsmöglichkeiten sind bei „Darstellung“ andere bei „Geräte und Drucker“ seufz komfortable finde ich das nicht.

Ich möchte jetzt nicht so drastisch sein und sagen, dass es sich für behinderte Menschen gar nicht lohnt Windows 8 zu kaufen, aber eine dringende Kaufempfehlung kann ich nicht aussprechen!


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Für Menschen mit sehr starken Einschränkungen an den Händen ist die einzige Möglichkeit einen Computer zu bedienen eine Augensteuerung. Das Unternehmen Humanelektronik hat so was entwickelt.

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Was sind Eingabehilfen?

Ob am Computer oder im Smartphone, immer wieder stolpert man über den Begriff Eingabehilfen. Was sich dahinter verbirgt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wenn man über die Bedeutung des Wortes „Eingabehilfen“ nachdenkt, kommt man auf die Idee es könnte sich hierbei um eine Hilfe zum Eingeben von Text handeln. Dies ist aber nur zum Teil richtig.

Das folgende Youtube-Video beantortet die Frage „Eingabehilfe – Was ist das?“.

Wer ist die Zielgruppe?

Eingabehilfen richten sich in erster Linie an Menschen mit Behinderung. Das Betriebssystem Windows hatte sogar schon für Windows 3.11 Eingabehilfen zum „nachrüsten“. Seit Windows 95 gehören Eingabehilfen zur Software standardmäßig dazu. Warum haben im Betriebssystem Windows die Eingabehilfen Einzug erhalten und sind kontinuierlich ausgebaut wurden?

Wer war das erste Unternehmen das Eingabehilfen hatte

Das Betriebssystem „Windows“ ist von der Software-Firma „Microsoft“. Microsoft ist ein amerikanisches Unternehmen. In Amerika wird aus juristischer Sicht, sehr viel wert darauf gelegt, dass keine Personengruppe benachteiligt bzw. diskriminiert wird. Dies hat zufolge, dass ein Computer-Software Menschen mit Behinderungen nicht benachteiligen darf. Somit sind amerikanische Software-Firmen, so auch Microsoft, mehr oder weniger dazu gezwungen auf Menschen mit Behinderungen Rücksicht zu nehmen.

Gibt es gesetzliche Bestimmungen?

In Deutschland gibt es seit Mai 2002 ein Gleichstellungsgesetz in dem es einen §12 Informationstechnologie gibt. In diesem Paragraphen steht drin, das staatliche Einrichtungen wie zum Beispiel Behörden dazu verpflichtet sind Ihre Programmoberflächen und Internetseiten barrierefrei zu gestalten. Nicht staatliche Einrichtungen sollten dies tun. Leider wird vom Staat die Umsetzung dieses Paragraphen nicht wirklich kontrolliert. Somit fühlen sich sehr wenig Menschen in Deutschland dazu verpflichtet dies umzusetzen. Das Klagerecht von behinderten Menschen gegen die nicht Umsetzung dieses Gesetzes ist sehr schwierig und somit gibt es in diesem Bereich weitaus weniger Gerichtsverhandlungen als in Amerika.

Allgemeines

Aber zurück zu den Eingabehilfen. Seit Microsoft das Betriebssystem Windows 95 auf dem Markt gebracht hat, gehören Eingabehilfen zum Lieferumfang des Computerprogramms. Bei Windows 95 findet man diese Unterstützung in der Systemsteuerung. Bei Windows 7 sind sie ins Zubehör in den Ordner „Erleichterte Bedienung“ gewandert.

Dieses Bild zeigt die Bildschirmtastatur von Windows 10
Dieses Bild zeigt die Bildschirmtastatur von Windows 10

Eine wichtige Eingabehilfe sind die Einrastfunktionen. Menschen bei denen eine Hand recht stark behindert ist, so dass diese kaum eingesetzt werden kann, habe große Probleme beim drücken von Tastenkombinationen. Tastenkombination bedeutet, dass man mehrere Tasten gleichzeitig drücken muss. Der berühmte Klammergriff, dass gleichzeitige drücken der Tasten Strg+Alt+Entf, ist wohl die unbeliebteste Tastenkombination für körperbehinderte Menschen die nur eine Hand verwenden können.

Die Einrastfunktionen der Eingabehilfe löst dieses Problem. Nach aktivieren der Einrastfunktionen bleiben Zusatztasten wie Strg, Umschalt oder Alt so lange gedrückt bis eine Zeichentaste gedrückt wurde. Allerdings hatte die Sache beim Betriebssystem „Windows NT“ einen haken. Zur Anmeldung bei Windows NT muss man den berühmten Klammergriff machen, sprich die Tasten Strg, Alt und Entf gleichzeitig drücken. Zu diesem Zeitpunkt konnte man aber die Hilfe nicht aktivieren! Man blieb von der Applikation „ausgesperrt“. Nach einigem Recherchieren fand ich heraus, dass ein Eintrag in die Windows-Registrierungsdatenbank das Problem löst. Danach startet das Windows NT durch ohne vom Anwender den Klammergriff abzuverlangen.

Eine weitere Eingabenunterstützung ist die Bildschirmlupe. Sie kam bei Windows 98 dazu, wenn ich es noch richtig im Kopf habe. Die Bildschirmlupe ist eine große Hilfe für Menschen mit einer Sehbehinderung. Die Bildschirmlupe vergrößert den aktuellen Bildschirminhalt.

Dann gibt es noch eine Bildschirmtastatur. Eine Bildschirmtastatur ist eine Software die eine Tastatur simuliert. Menschen die sehr schwer behindert sind, können manchmal mit einer Hardwaretastatur nicht arbeiten und helfen sich mit einer Bildschirmtastatur. Die Bildschirmtastatur von Microsoft gefällt mir recht gut. Sie hat sogar ein Wörterbuch damit nicht jedes Wort bis zu Ende fertig geschrieben werden muss.

Bei Windows 7 gibt es eine Spracheingabe und Sprachausgabe. Die Sprachausgabe ist Englisch und somit für Deutschland unbrauchbar. Die Spracheingabe habe ich noch nicht getestet. Vielleicht gibt das mal ein extra Blogartikel.

Zum Schluss möchte ich noch auf Smartphones kurz eingehen. Das Betriebssystem meines Handys „Samsung Galaxy S GT-I9000“  heißt Android. Hierfür gibt es ebenfalls Eingabehilfen. Die App „Talkback“, ist ein Screenreader der alles was auf dem Smartphone sich abspielt durch Sprache vorliest oder dokumentiert. Ruft das Handy zum Beispiel Mails ab, wird dies durch Sprachausgabe dem Benutzer mitgeteilt.

Die Eingabehilfe-App „Soundback“ gibt bei jeder Aktivität des Handys einen Ton zurück. Zum Beispiel wird das starten und beenden eines Programmes (=App) mit unterschiedlichen Tönen hinterlegt. Soundback ist eine wertvolle Hilfe für Sehbehinderte oder blinde Menschen.

Die Eingabehilfe-App „Kickback“ gibt durch Vibration „Rückmeldung“. Wenn der Anwender eine Anwendung startet oder beendet, wenn ein neues Symbol den Fokus hat oder es gibt dem Benutzer durch Vibration Rückmeldung, dass er einen Schalter erfolgreich gedrückt hat.

Das Smartphone hat noch mehr solcher Hilfen, auf die ich in einem extra Blogartikel eingehen werde.

Bedienungshilfen für Behinderte bei Android 6
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