Barrierefreie Software-Entwicklung: Wie kann eine Software für Menschen mit einer Lernbehinderung barrierefrei gemacht werden?

Im Blogartikel „Accessibility – Barrierefreie Software-Entwicklung: Lernbehinderungen“ habe ich erklärt, welche Probleme gehörlose Menschen bei der Bedienung von Software haben. In diesem Blogartikel erfahren Sie wie Software entwickelt werden kann, damit Menschen mit einer Lernbehinderung wenig Probleme bei der Bedienung von Software haben.

Im ersten Artikel habe ich erwähnt, dass es nicht ganz einfach ist, die verschiedenen Arten der Lernbehinderung zu berücksichtigen. Deswegen möchte ich hier auch etwas „Druck“ raus nehmen. Es ist mit Sicherheit nicht möglich, alle Arten der Lernbehinderung zu berücksichtigen. Deswegen möchte ich in diesem Artikel Vorschläge machen, welche Maßnahmen helfen, eine Software für Lernbehinderte zugänglich zu machen.

Texte, zum Beispiel Hilfetexte, sollten kurze Sätze haben. Versuchen Sie verschachtelte Sätze zu vermeiden. Wenn Sie Fremdwörter , zum Beispiel Fachbegriffe verwenden, sorgen Sie dafür, dass es eine Möglichkeit gibt, nachzulesen, was der Fachbegriff bedeutet. Eine Idee ist zum Beispiel, dass Sie einen Link setzen auf einen Lexikoneintrag in dem der Fachbegriff verstädnlich erklärt wird. Der Königsweg ist natürlich, die Vermeidung von Fachbegriffen. Ich bin mir aber dessen bewusst, dass dies nicht immer möglich ist.

Wenn Sie Eingabemasken gestalten, sollten Sie darauf achten, dass die Eingabefelder eine Beschriftung haben und es eindeutig erkennbar ist, welche Beschriftung zu welchem Eingabefeld gehört.

Falls Ihre Software Fragen beinhalten die schriftlich beantwortet werden müssen, kann das für Menschen mit Lernbehinderung ein Problem darstellen. Eine Alternative könnte sein, dass Sie bestimmte Antwortmöglichkeiten vordefinieren und der Anwender ein Antwort per Mausklick auswählen kann.

Wenn Ihre Software eine Hilfe hat, können Sie darüber nachdenken, ein paar Videos einzubauen. Menschen mit einer Leseschwäche, können unter Umständen ein Video besser nachvollziehen wie geschriebener Text.

Dies sind einige Anregungen wie Sie Ihre Software für Menschen mit Lernbehinderungen zugänglicher machen können.

Barrierefreie Software-Entwicklung: Wie kann eine Software für Gehörlose barrierefrei gemacht werden?

Im Blogartikel „Accessibility – Barrierefreie Software-Entwicklung: Gehörlose“ habe ich erklärt, welche Probleme gehörlose Menschen bei der Bedienung von Software haben. In diesem Blogartikel erfahren Sie wie Software entwickelt werden kann, damit gehörlose Menschen keine Probleme bei der Bedienung von Software haben.

Wie im obigen Artikel schon erwähnt, haben Gehörlose wenig Probleme beim bedienen von Software. Grundsätzlich geht es darum, dass Sie in Ihrer Software keine Informationen nur akustisch verfügbar ist.

Nehmen wie nochmal das Beispiel des Mail-Programmes. Wenn ein Mail-Programm eingehende Mails ankündigt mit „Sie haben Post!“ ist das für Menschen die hören können eine tolle Sache. Für Gehörlose ist es eine Katastrophe, weil Sie keine Chance h aben, diese Information zu erhalten. Das ist der Grund warum alle Mailprogramme eingegangene, ungelesene Mails fettgedruckt darstellen. Dies können Gehörlose sehen!

Anderes Beispiel. Sie geben sich richtig Mühe mit Ihrer Programmhilfe und drehen Videos die zeigen wie bestimmte Programmfunktionen ausgeführt werden. Die meisten Lernvideos haben dann auch noch eine Stimme, die das gezeigte kommentiert. Diese Stimme hören Gehörlose nicht! Deswegen sollten Sie unter der Videoanzeige den Inhalt des Videos schriftlich zusammenfassen oder den gesprochenen Text im Video 1 zu 1 schriftlich wiedergeben. Eine andere Idee ist, dass Sie im Video einen kleines Fenster integrieren, in welchem eine Person den gesprochenen Text in Gebärdensprache darstellt.

Selbstverständlich ist es, aber ich erwähne es der Vollständigkeit halber trotzdem, dass Gehörlose keinen MP3-Player verwenden. Also sich die Mühe machen, einen MP3-Player zu entwickeln, der mp3-Dateien in Schriftform konvertiert ist nicht wirklich sinnvoll!
Es gibt also eine bestimmte Art von Software, bei der es sich nicht lohnt über Barrierefreiheit für Gehörlose nachzudenken.

Barrierefreie Software-Entwicklung: Wie kann eine Software für Blinde barrierefrei gemacht werden?

Im Blogartikel „Accessibility – Barrierefreie Software-Entwicklung: Blinde“ habe ich erklärt, welche Probleme blinde Menschen bei der Bedienung von Software haben. In diesem Blogartikel erfahren Sie wie Software entwickelt werden kann, damit blinde Menschen keine Probleme bei der Bedienung von Software haben.

Da blinde Menschen mit einem Programm namens Screenreader arbeiten, sind sie darauf angewiesen, das die Programmoberfläche der Software dem „Bildschirmleser“ Textinformationen bereitstellen.

Wenn Sie Programmoberflächen mit Java entwickeln sollten Sie die Swing-Komponenten benutzen. Diese haben die Eigenschaften „AccessibleName“ und „AccessibleDescription“. Diesen Eigenschaften können Sie Textinformationen für den Screenreader zuweisen. Näheres über die barrierefreie Softwareentwicklung mit Java können Sie im Blogartikel „Accessibility: Barrierefreie Software-Entwicklung mit Java“ nachlesen.

Wenn Sie mit dem Microsoft .net-Framework Programmoberflächen entwickeln so gibt es dort ebenso die Eigenschaften „AccessibleName“ und „AccessibleDescription“.
Ausführliche Informationen finden Sie im Blogartikel „Accessibility: Barrierefreie Software-Entwicklung mit .net bzw. C#“.

Ebenso ist es wichtig, dass Sie Grafiken einen Alternativtext geben. Falls In Ihrer Software Videos vorhanden sind, die für die Benutzung der Software wichtig sind, sollten Sie eine Zusammenfasung des Videoinhalts als Text bereitstellen.

Blinde Menschen können keine Computermaus bedienen, deswegen muss eine Software komplett per Tastatur bedienbar sein, damit Sie für blinde Menschen bedienbar ist. Ihre Software sollte ein Menü besitzen in dem die wichtigsten Programmfunktionen vorhanden sind. Außerdem hilft es blinde Menschen, wenn wichtige Programmfunktionen mit Tastenkürzel(Shortcuts) ausgeführt werden können. Wenn Ihre Software nur Schalter ohne Beschriftung besitzt, müssen blinde Menschen so lange die Tabulatortaste drücken, bis der gewünschte Schalter den Fokus hat. Das ist sehr mühsam.
Wenn Sie in Ihre Software Eingabefelder mit Beschriftungen haben, dann sorgen Sie dafür, dass die Beschriftung mit dem Eingabefeld verbunden ist und per Tastenkürzel direkt erreichbar ist. Wenn der Blinde das Tastenkürzel der Beschriftung drückt wird der Textcursor in das dazugehörige Eingabefeld gesetzt.

Mit diesen Maßnahmen wird Ihre Software für Blinde bedienbar.

Barrierefreie Software-Entwicklung: Wie kann eine Software für Sehbehinderte barrierefrei gemacht werden?

Im Blogartikel „Accessibility – Barrierefreie Software-Entwicklung: Sehbehinderung“ habe ich erklärt, welche Probleme Menschen mit einer Sehbehinderung bei der Bedienung von Software haben. In diesem Blogartikel erfahren Sie wie Software entwickelt werden kann, damit Menschen mit einer Sehbehinderung keine Probleme bei der Bedienung von Software haben.

Sehbehinderte haben Probleme bei zu kleiner Schrift. Außerdem haben Sie ähnliche Probleme wie Menschen mit einer Farbfehlsichtigkeit, wenn bei Programmoberflächen zu wenig Kontrast zwischen Vordergrund und Hintergrundfarbe vorhanden ist.

Wie sollte eine Software beschaffen sein, damit Sie für Menschen mit Sehbehinderung nutzbar ist?

In der Systemsteuerung (bei Windows 7 „Darstellung und Anpassung“ ? „Anzeige“) können Sehbehinderte u.a. die Systemschriftgröße einstellen. Diese Einstellungen sollten unbedingt von Ihrer Software übernommen werden. Es macht keinen Sinn, wenn ein Sehbehinderter im Betriebsystem große Systemschrift einstellt und die Schriftgröße in Ihrer Software beträgt 8(das ist sehr klein. Testen Sie es mal bei einer Textverarbeitung.)
Ebenso eine gute Idee ist es, wenn der Anwender in der Software die Schriftgröße selbst einstellen kann.

Desweiteren sollten Sie darauf achten, dass in Ihrer Software ein guter Farbkontrast vorhanden ist. Eine helle Schrift auf hellem Hintergrund ist keine gute Idee. Der Farbkontrast ist auch wichtig, wenn Sie selber Schaltersymbole gestalten. Sehbehinderte haben bei schlechtem Farbkontrast erhebliche Probleme den Bildschirminhalt zu erkennen.

Für Sehbehinderte ist es oft schwer zu erkennen, in welchem Eingabefeld der Textcursor gerade ist, wenn dieser nur als flacher, senkrechter Strich dargestellt wird. Ich habe es mir angewöhnt, die Hintergrundfarbe des aktiven Eingabefeldes zu verändern. Hierbei muss natürlich wieder auf einen guten Farbkontrast zwischen Hintergrundfarbe und Schriftfarbe geachtet werden.

Sehbehinderte und Blinde arbeiten oft mit einem Screenreader. Deswegen sollten die Komponenten der Programmoberfläche Informationen für den Screenreader bereitstellen. Bei Java verwendet man hierfür am besten die Swing-Komponenten. Beim Microsoft .net-Framework haben alle Komponenten entsprechende Eigenschaften.

Falls in Ihren Programmoberflächen Grafiken oder Logos sichtbar sind, benötigen diese einen Alternativtext damit der Screenreader dem Sehbehinderten die entsprechende Information übermitteln kann.

Wenn Sie all diese Punkte bei der Software-Entwicklung beachten, dann wird Ihre Software für Menschen mit Sehbehinderung bedienbar sein.

Barrierefreie Software-Entwicklung: Wie kann eine Software für Spastiker barrierefrei gemacht werden?

Im Blogartikel „Accessibility – Barrierefreie Software-Entwicklung: Die Behinderung Spastik“ habe ich erklärt, welche Probleme Menschen mit einer Spastik bei der Bedienung von Software haben. In diesem Blogartikel erfahren Sie wie Software entwickelt werden kann, damit Menschen mit einer spastischen Behinderungen keine Probleme bei der Bedienung von Software haben.

Die Behinderung Spastik kann unterschiedlich stark sein. Manchmal sind nur die Beine betroffen, manchmal nur die Arme und Hände, es kann aber auch sein, dass Arme, Hände und Beine betroffen sind.

Wie schon im ersten Artikel erwähnt, sind Tastenkombinationen für Spastiker mit gelähmten Händen ein Problem. Sorgen Sie dafür, dass es in Ihrer Software eine Möglichkeit gibt die Tastenkombinationen zu ändern. Eine gute Idee ist, Tastenkürzel und/oder Menüshortcuts auf die Funktionstasten zu legen. Zum Beispiel kann die Tastenkombination Strg+O für „Datei öffnen“, auf die Taste F2 gelegt werden.
Die Taste F1 sollten Sie nicht zur Umbelegung anbieten, weil Sie für den Aufruf der Hilfe reserviert ist. Falls 11 Funktionstasten zu wenig sind, können Sie die Feststelltaste für Großschreibung abfragen. Das bedeutet, dass eine Funktionstaste ohne gedrückte Feststelltaste eine andere Funktion aufruft wie mit gedrückter Feststelltaste.

Meiden Sie in Ihrer Software überraschende Ereignisse. Angenommen der Anwender macht einen Fehler und Plötzlich flackert der ganze Bildschirm oder es kommt ein lauter und unangenehmer Ton. Das kann bei Spastiker dazu führen, dass sie erschrecken und deswegen völlig verkrampfen.

Angenommen Ihre Software stellt dem Anwender eine Frage und er hat nur 10 Sekunden Zeit um eine Antwort zu geben. Die kann bei Spastiker sehr großen Stress auslösen, der wiederum dazu führt, dass die Muskeln völlig verkrampfen. Dies sollten Sie in Ihrer Software unbedingt vermeiden.

Software die per Sprache zu bedienen ist, kann für viele behinderte Menschen eine große Erleichterung sein. Wenn die Bedienung per Sprache die einzige Möglichkeit ist, kann dies für Menschen mit einer Spastischen Lähmung der Sprachmuskeln eine unüberwindbare Barriere sein. Sorgen Sie also für eine Alternative zur Spracheingabe.

Wenn Sie obige Tipps in Ihrer Software umsetzen, stehen die Chancen gut, dass viele Menschen mit einer Spastik Ihre Software bedienen können.

Barrierefreie Software-Entwicklung: 50+

In diesem Blogartikel erfahren Sie welche Probleme Menschen die über 50 Jahre sind, bei der Bedienung von Software haben. Selbstverständlich ist 50+ keine Behinderung.

Sicher sind Sie verwundert, dass ich in einer Blogartikelreihe über barrierefreie Softwareentwicklung Menschen mit 50+ erwähne. Selbstverständlich möchte ich nicht Menschen mit 50+ diskriminieren. Jedoch können Menschen mit 50+ die selben Probleme bei der Bedienung von Software haben wie Menschen mit bestimmten Behinderungsarten.

Die Zahl der Menschen mit 50+ welche am Computer arbeiten steigt stetig an. Computerarbeit hat den Vorteil, dass sie bei Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit oder Beweglichkeit dennoch durchgeführt werden kann. Deswegen sind Menschen mit 50+ eine wichtige Zielgruppe auch für Softwarehäuser/Software-Entwickler.

Menschen mit 50+ können Probleme bei unübersichtlichen Programmoberflächen haben. Kleine Schriften bei Beschriftungen z. B. Von Eingabefeldern können ebenso ein Problem sein für Menschen mit 50+. Ebenfalls kann es durch das nachlassen der Sehkraft problematisch sein, wenn zwischen Hintergrund-und Schriftfarbe zu wenig Kontrast vorhanden ist.

Wie die Probleme von Menschen mit Lernbehinderung bei der Software-Entwicklung gelöst werden können, erfahren Sie im Artikel „Wie kann eine Software für Menschen mit 50+ barrierefrei gemacht werden?

Barrierefreie Software-Entwicklung: Lernbehinderungen

In diesem Blogartikel erfahren Sie die Definition von Lernbehinderung und welche Probleme Menschen mit einer Lernbehinderung bei der Bedienung von Software haben.

Den Begriff Lernbehinderung gibt es seit 1960. Lernbehinderung zu definieren ist nicht ganz leicht. Die Kanter-Definition lautet „langandauerndes, schwerwiegendes und umfängliches Schulleistungsversagen“. In der Regel geht eine Lernbehinderung mit einer Beeinträchtigung der Intelligenz einher, die jedoch nicht so schwerwiegend ist, dass es sich um einen Fall von geistiger Behinderung handelt. Laut Wikipedia ist das die „beste“ Definition von Lernbehinderung. Mir persönlich sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich solche Begriffe wie „Schulleistungsversagen“ lesen muss. Ich möchte es etwas netter formulieren. Für mich ist Lernbehinderung eine Beeinträchtigung des Lernvermögens die unterschiedlich stark sein kann. Das Problem ist, das die Lernbehinderung völlig unterschiedliche Ausprägungen haben kann. Es gibt eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, einen Leserückstand, eine Rechenschwäche, eine isolierte Rechtschreibschwäche, und andere Einschränkungen.

Sie ahnen es wahrscheinlich schon. Es ist nicht ganz leicht zu definieren in welchen Bereichen Menschen mit Lernbehinderung Probleme im Umgang mit Software haben. Die Probleme von Lernbehinderten sind sehr unterschiedlich. Dennoch gibt es ein paar generelle Aussagen die ich machen kann.

Lange und verschachtelte Sätze, sind für viele Menschen mit Lernbehinderung ein Problem. Fachausdrücke sind für viele Menschen mit Lernbehinderung ebenfalls sehr problematisch. Software bei der Fragen schriftlich beantwortet werden müssen und es auf eine korrekte Rechtschreibung beim beantworten ankommt, sind ein Problem für Menschen mit Lernbehinderung. Unübersichtliche Eingabemasken können für Menschen mit Lernbehinderung ebenso ein Problem sein.

Wie die Probleme von Menschen mit Lernbehinderung bei der Software-Entwicklung gelöst werden können, erfahren Sie im Artikel „Wie kann eine Software für Lernbehinderte barrierefrei gemacht werden?

Barrierefreie Software-Entwicklung: Gehörlose

In diesem Blogartikel erfahren Sie die Definition von Gehörlosigkeit und welche Probleme gehörlose Menschen bei der Bedienung von Software haben.

Gehörlosigkeit wird in der Medizin als Taubheit bezeichnet. Gehörlosigkeit ist eine Behinderung. Gehörlosigkeit kann angeboren oder erworben sein. Die erworbene Taubheit kann durch Scharlach, Masern, Tuberkulose oder Mittelohr-Erkrankungen entstehen.

Die angeborene Taubheit kann vor der Geburt durch Röteln, Vererbung oder Syndrome entstehen. Gehörlose haben oft Schwierigkeiten beim Sprechen, weil Sie ja nicht hören können, wie geschriebene Wörter gesprochen werden. Deswegen verwenden sie zur Kommunikation die Gebärdensprache. Die Gebärdensprache ist eine Visuelle Sprache. Die Gebärdensprache besteht aus Zeichenkombinationen die mit Händen, Mimik und Mund gebildet werden.

Bei der Bedienung von Software haben gehörlose Menschen wenig Probleme. Da Menüs und Schalter Visuelle Elemente sind, gibt es hier keine großen Probleme.

Kennen Sie die Fernsehwerbung in der das Mail-Programm spricht „Sie haben Post!“?
Angenommen, das Mail-Programm würde nur sprechen und würde neue Mails nicht visuell hervorheben, z. B. Durch Fettdruck, dann hätten Gehörlose ein Problem zu erkennen, welche Mails Sie noch nicht gelesen haben. Eine Hilfe, in einer Software, welche auf Videos mit Ton basiert, ist für gehörlose Menschen ebenso nicht zugänglich.

Also überall da, wo innerhalb einer Software bestimmte Informationen nur per Audio zur Verfügung stehen, haben gehörlose Menschen ein Problem.

Wie die Probleme von Gehörlosen Menschen bei der Software-Entwicklung gelöst werden können, erfahren Sie im Artikel „Wie kann eine Software für Gehörlose barrierefrei gemacht werden?

Barrierefreie Software-Entwicklung: Blinde


In diesem Blogartikel erfahren Sie die Definition von Blindheit und welche Probleme blinde Menschen bei der Bedienung von Software haben.

Blindheit ist eine Form von Sehbehinderung. Blinden Menschen fehlt das visuelle Wahrnehmungsvermögen ganz. Blindheit kann angeboren sein oder während des Lebens durch Unfall oder Krankheit entstehen. Wenn die Blindheit beide Augen betrifft, ist sie eine schwere Behinderung. Blinde haben einen Rechtsanspruch auf Blindengeld um die behinderungsbedingten Nachteile auszugleichen.

Hier stellt sich vielleicht für viele Blogleser die Frage, ob Blinde überhaupt einen Computer bedienen können. Menschen die gar nichts sehen können, sind auf keinen Fall in der Lage einen Computer mit der Maus zu bedienen. Ist Windows ohne Maus überhaupt zu bedienen?

Drücken Sie mal, es ist egal welches Windows sie haben, die Tasten Strg+Esc gleichzeitig. Schon öffnet sich das Startmenü. Nun können Sie mit der Cursortaste hoch und Cursortaste runter durch das Startmenü navigieren. Wenn Sie einen Menüpunkt auswählen möchten, drücken Sie die Taste „Enter“. Sie sehen, Windows lässt sich sehr wohl mit der Tastatur bedienen. Aber woher weiß der Blinde was momentan auf dem Bildschirm angezeigt wird?

Es gibt da ein Programm mit Namen Screenreader. Screenreader bedeutet auf deutsch „Bildschirmleser“. Ja, blinde Menschen können mit einer Screenreader-Software den Bildschirm lesen. Lesen und sehen ist aber nicht das gleiche. Grafiken und Bilder können nicht gelesen werden.

Durch logische Schlussfolgerung wissen wir jetzt wann blinde Menschen bei der Bedienung von Software Probleme haben.

Software die nur mit der Maus und nicht per Tastatur zu bedienen ist, kann von Blinden nicht bedient werden. Schaltflächen die nur eine Grafik besitzen und für den Screenreader keinen Text bereitstellen sind für Blinde nicht zu bedienen.
Videos sind selbstverständlich ebenfalls nicht wahrnehmbar für blinde Menschen.
So bald eine Programmoberfläche komplett aus Grafiken besteht, die für den Screenreader keinen Text bereitstellen, ist sie für blinde Menschen nicht zu bedienen.

Wie die Probleme von blinden Menschen bei der Software-Entwicklung gelöst werden können, erfahren Sie im Artikel „Wie kann eine Software für Blinde barrierefrei gemacht werden?