Was ist die „Web Accessibility Initiative“ (WAI)?

Es gibt einige Begriffe die im Zusammenhang mit Barrierefreies Internet immer wieder vorkommen. Hier möchte ich erläutern, was sich hinter den Begriff „Web Accessibility Initiative“ verbirgt.

Die Web Accessibility Initiative(WAI) ist eine Arbeitsgruppe der W3C , die sich mit dem barrierefreien Zugang zum Internet beschäftigt. Die W3C ist das World Wide Web Consortium-Gremium, welches sich um die Standardisierung des World Wide Web(=Internet) kümmert.

Das Ziel der WAI (Web Accessibility Initiative) ist es, das Internet möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen sind auch eine Zielgruppe der WAI (Web Accessibility Initiative).

Die „Web Content Accessibility Guidelines 1.0“ (WCAG 1.0) beinhalten Anforderungen an die Webseitenprogrammierung als auch an Inhaltsarchitekturen, Layout-Grundlagen und Technik-Verwendung. Sie wurden von der Web Accessibility Initiative veröffentlicht.

Die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) in Deutschland, baut auf die Web Content Accessibility Guidelines 1.0 auf.

Was bedeutet Accessibility?

In der IT-Welt(IT=Informationstechnologie) herrscht oft ein wildes Wirrwarr(=durcheinander) wenn es um bestimmte Begriffe geht. Mit diesem Artikel möchte ich einen kleinen Teil dazu beitragen, dieses Wirrwarr zu entwirren und in einfacher Sprache erklären, was Accessibility bedeutet.

Accessibility ist englisch und wird häufig mit Zugänglichkeit übersetzt. Zugänglichkeit klingt etwas eigenartig und man kann sich nicht so richtig was darunter vorstellen. Wenn man Accessibility mit Barrierefreiheit übersetzt, ist das auch eine korrekte Übersetzung und man kann sich viel eher was darunter vorstellen. Zugänglichkeit klingt vom Wort eigentlich positiver wie Barrierefreiheit.

Accessibility bei Betriebssysteme

Damit Menschen mit Behinderungen einen Computer, Smartphone oder Tablet bedienen können, müssen die Betriebssysteme für die Personengruppe zugänglich sein. Erfahren Sie mehr über dieses Thema im Artikel: Barrierefreiheit bei Betriebssystemen

Diese Bild zeigt die Erleichterte Bedienung Windows 10

Obiges Bild zeigt die Erleichterte Bedienung bei Windows 10.

Accessibility bei Webseiten

Wenn Webseiten für Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Einschränkungen bedienbar sind, ist das Accessibility bei Webseiten. Um eine Webseite barrierefrei zu gestalten müssen Richtlinien erfüllt werden. Es gibt Richtlinien die gelten für Deutschland und es gibt internationale Richtlinien. Mehr über das Thema Accessibility bei Webseiten erfahren Sie im Blogartikel:  barrierefreies Webdesign

Das Bild zeigt ein Formular barrierefrei gestaltet mit Tastenkürzel und guter Anzeige des Tastenfokus

Das Bild zeigt ein Formular barrierefrei gestaltet mit Tastenkürzel und guter Anzeige des Tastenfokus

Accessibility bei Software

Eine Anwendung muss auch für Menschen mit Behinderungen bedienbar sein. Es geht aber nicht nur um Menschen mit Behinderungen. Körperliche Einschränkungen können auch durch Krankheit oder einen Schlaganfall entstehen. Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr: barrierefreie Software.

Accessibility bei Softwareentwicklung

Der Prozess wie ein barrierefreies Computerprogramm entsteht nennt sich barrierefreie Softwareentwicklung. Hier geht es darum, ein Programm so zu gestalten, dass es für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen bedienbar ist.

Das Bild zeigt Java-Code der zeigt wie eine Swing-Programmoberfläche für Screenreader zugänglich gemacht werden kann

Das Bild zeigt Java-Code der zeigt wie eine Swing-Programmoberfläche für Screenreader zugänglich gemacht werden kann.

Accessibility bei Smartphones und Iphones

Accessibility bei Smartphones und Iphones bedeutet dass diese Geräte für behinderte Menschen bedienbar sind. Lesen Sie hierzu folgende Artikel:

Accessibility ist ein sehr umfangreiches Thema zu dem Sie hier auf meinem Blog viele Artikel finden!

Screenreader leicht und verständlich erklärt

Blinde und sehbehinderte Menschen arbeiten mit einer Software, die unter dem Oberbegriff Screenreader zusammengefasst wird. Was diese Software macht und wie Sie funktioniert, erfahren Sie hier.

Computernutzung bei Blindheit und Sehbehinderung
Blinde Personen können Computer mithilfe einer Braillezeile nutzen. Das Computer-Ausgabegerät stellt Zeichen in Brailleschrift dar und wird üblicherweise durch Screenreader angesteuert. Bildquelle: zlikovec – 428299819 / Shutterstock.com

Ein Screenreader ist ein Bildschirmleseprogramm. Wenn ein Mensch blind oder sehbehindert ist, heißt das nicht, dass er nicht am PC/Laptop arbeiten kann. Der Screenreader „spielt“ für den blinden oder sehbehinderten Menschen die Augen und liest den Bildschirminhalt. Die Vermittlung der Informationen auf dem Bildschirm können dabei auf zwei verschiedene Arten geschehen:

  • Akustisch: über eine Soundkarte
  • Taktil: über eine Braillezeile

Wenn der gelesene Text über die Soundkarte ausgegeben wird, heißt das, dass der Text dem blinden oder sehbehinderten Menschen vorgelesen wird. Im Fall der Braillezeile kann der Nutzer den Inhalt selbst in Blindenschrift lesen.

Hier noch ein Youtube-Video in dem ich erkläre was ein Screenreader ist:

Zwei Wege der Sprachausgabe

Die akustische Wiedergabe des Bildschirminhalts ist besonders für sehbehinderte Menschen geeignet, deren Sehvermögen noch gut genug ist, dass sie auf Blindenschrift verzichten können. Es gibt zwei Wege, um synthetische Sprache zu erzeugen:

  • Externe Geräte: Diese werden an den Computer angeschlossen und erzeugen die Sprachausgabe unabhängig vom benutzten Endgerät. Dabei werden die Bildschirminformationen vom Endgerät (PC, Tablet, Laptop) auf das externe Ausgabemedium übertragen.
  • Internes Softwareprogramm: Dieses Programm ist in der Regel in den Screenreader integriert und übersetzt die Bildschirminhalte in Sprache. Die Ausgabe erfolgt über die PC-Lautsprecher wahlweise mit oder ohne Kopfhörer.

Synthetische Sprache hat den Nachteil, dass sie sehr maschinell klingt. Das Hauptproblem dieser assistiven Technologie ist zweifellos, mit so produzierter Sprache Gefühle zu transportieren. Das Ergebnis wirkt deshalb nicht immer angenehm und harmonisch. Die Sprachausgabe erfolgt recht monoton ohne Pause oder Betonung. Bei Wörtern, die anders ausgesprochen als sie geschrieben werden, können teilweise Verständnisprobleme auftreten.

Die in die Software integrierte Wörterbuchfunktion kann unverständliche Wörter aber noch einmal nach ihrem Sinn erklären. Diese Funktion ist auch bei Zeichenfolgen wie Smileys oder Abkürzungen sehr hilfreich. Ähnlich wie bei Navigationsgeräten können Benutzer in der Regel zwischen einer Männer- oder Frauenstimme wählen. Über die Einstellungen kann zudem die Lesegeschwindigkeit angepasst werden.

Braillezeilen übersetzen Bildschirminhalte in Blindenschrift

Die Braillezeile ist ein Ausgabegerät, welches den gelesenen Text in Brailleschrift (=Blindenschrift) ausgibt. Die Brailleschrift wird mit Stößel dargestellt, die aus einer Fläche herausragen. Diese herausragenden Stößel bilden die Zeichen der Blindenschrift ab. Der blinde oder sehbehinderte Mensch kann mit seinen Fingerkuppen die Stößel abtasten und somit eine Bildschirmzeile lesen.

Alternativtexte für Bilder und Videos sind wichtig

Da Screenreader nur lesen und nicht sehen können, ist es z. B. wichtig, dass Bilder auf einer Webseite einen Alternativtext haben. Fehlt dieser Alternativtext, wird diese Fläche vom blinden oder sehbehinderten Menschen als „leere“ Fläche wahrgenommen.
Bei Videos verhält es sich genau gleich. Der Screenreader kann ein Video nicht „lesen“. Wenn man auf einer Webseite Videos einbindet, sollte man unter dem Video kurz beschreiben, was auf dem Video zu sehen ist.
Mit oben beschriebener Vorgehensweise können blinde und sehbehinderte Menschen am PC/Laptop arbeiten. Der Screenreader liest den Bildschirminhalt und liest ihn vor oder schickt ihn an die Braillezeile.

Programmoberflächen müssen Text beinhalten

Damit Screenreader Programmoberflächen „lesen“ können, müssen diese so programmiert werden, dass die Oberflächenkomponenten Texte beinhalten, die Sinn und Zweck der Komponente erklären.
Da Screenreader in unterschiedlichen Betriebssystemen anders heißen, hier eine kurze Auflistung:

Betriebssysteme Name des Screenreaders Wo finden Sie den Screenreader
Windows Sprachausgabe Einstellungen -> Erleichterte Bedienung
IOS Voice Over Einstellungen -> Bedienungshilfen
Android Talkback Einstellungen -> Bedienungshilfen oder Eingabehilfe
Ubuntu Bildschirmleser Einstellungen -> Zugangshilfen

Die in der Praxis am meisten verwendeten Screenreader

Die Softwareprogramme für Screenreader gibt es sowohl als kostenlose oder Open-Source-Versionen als auch von kommerziellen Anbietern gegen Bezahlung. Der bekannteste Gratis-Screenreader ist NonVisual Desktop Access (NVDA) für Microsoft Windows. In diesem Blogartikel erkläre ich den Screenreader NVDA. Zusätzlich habe ich im Netz ein Video gefunden, das den NVDA Screenreader ebenfalls erklärt:

Youtube-Video, das den Gebrauch des NVDA Screenreaders in englischer Sprache erklärt.
Zu den bekanntesten kommerziellen Screenreadern gehört die Software Job Access With Speech (JAWS). Die Kosten für die Version Professional liegen bei etwa 900 Euro. Die Home Edition gibt es schon ab etwa 735 Euro.
In diesem Video wird der Screenreader JAWS vorgestellt. Leider habe ich kein deutschsprachiges Video gefunden:

Video-Tutorial in englischer Sprache über die verschiedenen Elemente einer Webseite, einschließlich Links, Überschriften und Dialogboxen und wie JAWS auf diese Elemente zugreift.
Auf meiner Webseite finden Sie weitere nützliche Informationen zum Thema barrierefreies Webdesign.

Wann ist eine Webseite / Internetseite barrierefrei? (BITV 1.0)

Heute schauen wir uns an, welche Kriterien erfüllt werden sein müssen, damit man von einer barrierefreien Webseite / Internetseite sprechen kann. Mit Sicherheit lassen sich nicht alle Kriterien zu 100% umsetzen. Es geht aber bei diesem Thema auch nicht um das sture Umsetzen von irgendwelchen Richtlinien, sondern es geht darum, ein Bewusstsein zu schaffen, dass es Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen gibt, die beim Wahrnehmen / Lesen einer Webseite auf Barrieren (=Hindernisse) stoßen.

Im folgenden Liste ich die Punkte der Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung(=BITV) auf, die für die Umsetzung von Barrierefreiheit auf Webseiten wichtig sind.

Die Bedingungen sind in zwei Priorität-Stufen gegliedert. Eine Webseite ist erst dann Barrierefrei, wenn alle Priorität-Stufen erfüllt sind.

 

Übersicht der Anforderungen für barrierefreies Webdesign auf der BITV

 


Textäguivalente und -alternativen ( Anforderung 1 )
Für jeden Audio- oder visuellen Inhalt sind geeignete äquivalente Inhalte bereitzustellen, die den gleichen Zweck oder die gleiche Funktion wie der originäre Inhalt erfüllen.

Priorität I
Bedingung 1.1
Für jedes Nicht-Text-Element ist ein äquivalenter Text bereitzustellen. Dies gilt insbesondere für: Bilder, graphisch dargestellten Text einschließlich Symbolen, Regionen von Imagemaps, Animationen (z.B. animierte GIFs), Applets und programmierte Objekte, Zeichnungen, die auf der Verwendung von Zeichen und Symbolen des ASCII-Codes basieren (ASCII-Zeichnungen), Frames, Scripts, Bilder, die als Punkte in Listen verwendet werden, Platzhalter-Graphiken, graphische Buttons, Töne (abgespielt mit oder ohne Einwirkung des Benutzers), Audio-Dateien, die für sich allein stehen, Tonspuren von Videos und Videos.

Bedingung 1.2
Für jede aktive Region einer serverseitigen Imagemap sind redundante Texthyperlinks bereitzustellen.

Bedingung 1.3
Für Multimedia-Präsentationen ist eine Audio-Beschreibung der wichtigen Informationen der Videospur bereitzustellen.

Bedingung 1.4
Für jede zeitgesteuerte Multimedia-Präsentation (insbesondere Film oder Animation) sind äquivalente Alternativen (z.B. Untertitel oder Audiobeschreibungen der Videospur) mit der Präsentation zu synchronisieren.

Priorität II
Bedingung 1.5
Für jede aktive Region einer clientseitigen Imagemap sind redundante Texthyperlinks bereitzustellen.


Farben und Kontraste ( Anforderung 2 )
Texte und Graphiken müssen auch dann verständlich sein, wenn diese ohne Farbe betrachtet werden.

Priorität I
Bedingung 2.1
Alle mit Farbe dargestellten Informationen müssen auch ohne Farbe verfügbar sein, z.B. durch den Kontext oder die hierfür vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache.

Bedingung 2.2
Bilder sind so zu gestalten, dass die Kombinationen aus Vordergrund- und Hintergrundfarbe auf einem Schwarz-Weiß-Bildschirm und bei der Betrachtung durch Menschen mit Farbfehlsichtigkeiten ausreichend kontrastieren.

Priorität II
Bedingung 2.3
Texte sind so zu gestalten, dass die Kombinationen aus Vordergrund- und Hintergrundfarbe auf einem Schwarz-Weiß-Bildschirm und bei der Betrachtung durch Menschen mit Farbfehlsichtigkeiten ausreichend kontrastieren.


Trennung von Inhalt und Layout ( Anforderung 3 )
Markup-Sprachen (insbesondere HTML) und Stylesheets (CSS) sind entsprechend ihrer Spezifikationen und formalen Definitionen zu verwenden.

Priorität I
Bedingung 3.1
Soweit eine angemessene Markup-Sprache existiert, ist diese anstelle von Bildern zu verwenden, um Informationen darzustellen.

Bedingung 3.2
Mittels Markup-Sprachen geschaffene Dokumente sind so zu erstellen und zu deklarieren, dass sie gegen veröffentlichte formale Grammatiken validieren.

Bedingung 3.3
Es sind Stylesheets zu verwenden, um die Text- und Bildgestaltung sowie die Präsentation von mittels Markup-Sprachen geschaffener Dokumente zu beeinflussen.

Bedingung 3.4
Es sind relative anstelle von absoluten Einheiten in den Attributwerten der verwendeten Markup-Sprache und den Stylesheet-Property-Werten zu verwenden.

Bedingung 3.5
Zur Darstellung der Struktur von mittels Markup-Sprachen geschaffener Dokumente sind Überschriften-Elemente zu verwenden.

Bedingung 3.6
Zur Darstellung von Listen und Listenelementen sind die hierfür vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache zu verwenden.

Bedingung 3.7
Zitate sind mittels der hierfür vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache zu kennzeichnen.


Sprachliche Besonderheiten ( Anforderung 4 )
Sprachliche Besonderheiten wie Wechsel der Sprache oder Abkürzungen sind erkennbar zu machen.

Priorität I
Bedingung 4.1
Wechsel und Änderungen der vorherrschend verwendeten natürlichen Sprache sind kenntlich zu machen.

Priorität II
Bedingung 4.2
Abkürzungen und Akronyme sind an der Stelle ihres ersten Auftretens im Inhalt zu erläutern und durch die hierfür vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache kenntlich zu machen.

Bedingung 4.3
Die vorherrschend verwendete natürliche Sprache ist durch die hierfür vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache kenntlich zu machen.


Tabellen ( Anforderung 5 )
Tabellen sind mittels der vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache zu beschreiben und in der Regel nur zur Darstellung tabellarischer Daten zu verwenden.

Priorität I
Bedingung 5.1
In Tabellen, die tabellarische Daten darstellen, sind die Zeilen- und Spaltenüberschriften mittels der vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache zu kennzeichnen.

Bedingung 5.2
Soweit Tabellen, die tabellarische Daten darstellen, zwei oder mehr Ebenen von Zeilen- und Spaltenüberschriften aufweisen, sind mittels der vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache Datenzellen und Überschriftenzellen einander zuzuordnen.

Bedingung 5.3
Tabellen sind nicht für die Text- und Bildgestaltung zu verwenden, soweit sie nicht auch in linearisierter Form dargestellt werden können.

Bedingung 5.4
Soweit Tabellen zur Text- und Bildgestaltung genutzt werden, sind keine der Strukturierung dienenden Elemente der verwendeten Markup-Sprache zur visuellen Formatierung zu verwenden.

Priorität II
Bedingung 5.5
Für Tabellen sind unter Verwendung der hierfür vorgesehenen Elemente der genutzten Markup-Sprache Zusammenfassungen bereitzustellen.

Bedingung 5.6
Für Überschriftenzellen sind unter Verwendung der hierfür vorgesehenen Elemente der genutzten Markup-Sprache Abkürzungen bereitzustellen.


Allgemeine Rückwärtskompatibilität ( Anforderung 6 )
Internetangebote müssen auch dann nutzbar sein, wenn der verwendete Benutzeragent neuere Technologien nicht unterstützt oder diese deaktiviert sind.

Priorität I
Bedingung 6.1
Es muss sichergestellt sein, dass mittels Markup-Sprachen geschaffene Dokumente verwendbar sind, wenn die zugeordneten Stylesheets deaktiviert sind.

Bedingung 6.2
Es muss sichergestellt sein, dass Äquivalente für dynamischen Inhalt aktualisiert werden, wenn sich der dynamische Inhalt ändert.

Bedingung 6.3
Es muss sichergestellt sein, dass mittels Markup-Sprachen geschaffene Dokumente verwendbar sind, wenn scripts, Applets oder andere programmierte Objekte deaktiviert sind.

Bedingung 6.4
Es muss sichergestellt sein, dass die Eingabebehandlung von scripts, Applets oder anderen programmierten Objekten vom Eingabegerät unabhängig ist.

Bedingung 6.5
Dynamische Inhalte müssen zugänglich sein. Insoweit dies nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu realisieren ist, sind gleichwertige alternative Angebote unter Verzicht auf dynamische Inhalte bereitzustellen.


Dynamische Inhalte ( Anforderung 7 )
Zeitgesteuerte Änderungen des Inhalts müssen durch die Nutzerin/den Nutzer kontrollierbar sein.

Priorität I
Bedingung 7.1
Bildschirmflackern ist zu vermeiden.

Bedingung 7.2
Blinkender Inhalt ist zu vermeiden.

Bedingung 7.3
Bewegung in mittels Markup-Sprachen geschaffener Dokumente ist entweder zu vermeiden oder es sind Mechanismen bereitzustellen, die der Nutzerin, dem Nutzer das Einfrieren der Bewegung oder die Änderung des Inhalts ermöglichen.

Bedingung 7.4
Automatische periodische Aktualisierungen in mittels Markup-Sprachen geschaffener Dokumente sind zu vermeiden.

Bedingung 7.5
Die Verwendung von Elementen der Markup-Sprache zur automatischen Weiterleitung ist zu vermeiden. Insofern auf eine automatische Weiterleitung nicht verzichtet werden kann, ist der Server entsprechend zu konfigurieren.


Benutzerschnittstellen ( Anforderung 8 )
Die direkte Zugänglichkeit der in Internetangeboten eingebetteten Benutzerschnittstellen ist sicherzustellen.

Priorität I
Bedingung 8.1
Programmierte Elemente (insbesondere scripts und Applets) sind so zu gestalten, dass sie entweder direkt zugänglich oder kompatibel mit assistiven Technologien sind.


Geräte-Unabhängigkeit ( Anforderung 9 )
Internetangebote sind so zu gestalten, dass Funktionen unabhängig vom Eingabegerät oder Ausgabegerät nutzbar sind.

Priorität I
Bedingung 9.1
Es sind clientseitige Imagemaps bereitzustellen, es sei denn die Regionen können mit den verfügbaren geometrischen Formen nicht definiert werden.

Bedingung 9.2
Jedes über eine eigene Schnittstelle verfügende Element muss in geräteunabhängiger Weise bedient werden können.

Bedingung 9.3
In Scripts sind logische anstelle von geräteabhängigen Event-Handlern zu spezifizieren.

Priorität II
Bedingung 9.4
Es ist eine mit der Tabulatortaste navigierbare, nachvollziehbare und schlüssige Reihenfolge von Hyperlinks, Formularkontrollelementen und Objekten festzulegen.

Bedingung 9.5
Es sind Tastaturkurzbefehle für Hyperlinks, die für das Verständnis des Angebots von entscheidender Bedeutung sind (einschließlich solcher in clientseitigen Imagemaps), Formularkontrollelemente und Gruppen von Formularkontrollelementen bereitzustellen.


Kompatibilität mit Hilfsmitteln ( Anforderung 10 )
Die Verwendbarkeit von nicht mehr dem jeweils aktuellen Stand der Technik entsprechenden assistiven Technologien und Browsern ist sicherzustellen, soweit der hiermit verbundene Aufwand nicht unverhältnismäßig ist.

Priorität I
Bedingung 10.1
Das Erscheinenlassen von Pop-Ups oder anderen Fenstern ist zu vermeiden. Die Nutzerin, der Nutzer ist über Wechsel der aktuellen Ansicht zu informieren.

Bedingung 10.2
Bei allen Formular-Kontrollelementen mit implizit zugeordneten Beschriftungen ist dafür Sorge zu tragen, dass die Beschriftungen korrekt positioniert sind.

Priorität II
Bedingung 10.3
Für alle Tabellen, die Text in parallelen Spalten mit Zeilenumbruch enthalten, ist alternativ linearer Text bereitzustellen.

Bedingung 10.4
Leere Kontrollelemente in Eingabefeldern und Textbereichen sind mit Platzhalterzeichen zu versehen.

Bedingung 10.5
Nebeneinanderliegende Hyperlinks sind durch von Leerzeichen umgebene, druckbare Zeichen zu trennen.


W3C-Technologien ( Anforderung 11 )
Die zur Erstellung des Internetangebots verwendeten Technologien sollen öffentlich zugänglich und vollständig dokumentiert sein, wie z. B. die vom World Wide Web Konsortium entwickelten Technologien.

Priorität I
Bedingung 11.1
Es sind öffentlich zugängliche und vollständig dokumentierte Technologien in ihrer jeweils aktuellen Version zu verwenden, soweit dies für die Erfüllung der angestrebten Aufgabe angemessen ist.

Bedingung 11.2
Die Verwendung von Funktionen, die durch die Herausgabe neuer Versionen überholt sind, ist zu vermeiden.

Bedingung 11.3
Soweit auch nach bestem Bemühen die Erstellung eines barrierefreien Internetangebots nicht möglich ist, ist ein alternatives, barrierefreies Angebot zur Verfügung zu stellen, das äquivalente Funktionalitäten und Informationen gleicher Aktualität enthält, soweit es die technischen Möglichkeiten zulassen. Bei Verwendung nicht barrierefreier Technologien sind diese zu ersetzen, sobald aufgrund der technologischen Entwicklung äquivalente, zugängliche Lösungen verfügbar und einsetzbar sind.

Priorität II
Bedingung 11.4
Der Nutzerin, dem Nutzer sind Informationen bereitzustellen, die es ihnen erlauben, Dokumente entsprechend ihren Vorgaben (z.B. Sprache) zu erhalten.


Kontextuelle Hilfen ( Anforderung 12 )
Der Nutzerin/dem Nutzer sind Informationen zum Kontext und zur Orientierung bereitzustellen.

Priorität I
Bedingung 12.1
Jeder Frame ist mit einem Titel zu versehen, um Navigation und Identifikation zu ermöglichen.

Bedingung 12.2
Der Zweck von Frames und ihre Beziehung zueinander ist zu beschreiben, soweit dies nicht aus den verwendeten Titeln ersichtlich ist.

Bedingung 12.3
Große Informationsblöcke sind mittels Elementen der verwendeten Markup-Sprache in leichter handhabbare Gruppen zu unterteilen.

Bedingung 12.4
Beschriftungen sind genau ihren Kontrollelementen zuzuordnen.


Navigation und Orientierung ( Anforderung 13 )
Navigationsmechanismen sind übersichtlich und schlüssig zu gestalten.

Priorität I
Bedingung 13.1
Das Ziel jedes Hyperlinks muss auf eindeutige Weise identifizierbar sein.

Bedingung 13.2
Es sind Metadaten bereitzustellen, um semantische Informationen zu Internetangeboten hinzuzufügen.

Bedingung 13.3
Es sind Informationen zur allgemeinen Anordnung und Konzeption eines Internetangebots, z.B. mittels eines Inhaltsverzeichnisses oder einer Sitemap, bereitzustellen.

Bedingung 13.4
Navigationsmechanismen müssen schlüssig und nachvollziehbar eingesetzt werden.

Priorität II
Bedingung 13.5
Es sind Navigationsleisten bereitzustellen, um den verwendeten Navigationsmechanismus hervorzuheben und einen Zugriff darauf zu ermöglichen.

Bedingung 13.6
Inhaltlich verwandte oder zusammenhängende Hyperlinks sind zu gruppieren. Die Gruppen sind eindeutig zu benennen und müssen einen Mechanismus enthalten, der das Umgehen der Gruppe ermöglicht.

Bedingung 13.7
Soweit Suchfunktionen angeboten werden, sind der Nutzerin, dem Nutzer verschiedene Arten der Suche bereitzustellen.

Bedingung 13.8
Es sind aussagekräftige Informationen am Anfang von inhaltlich zusammenhängenden Informationsblöcken (z.B. Absätzen, Listen) bereitzustellen, die eine Differenzierung ermöglichen.

Bedingung 13.9
Soweit inhaltlich zusammenhängende Dokumente getrennt angeboten werden, sind Zusammenstellungen dieser Dokumente bereitzustellen.

Bedingung 13.10
Es sind Mechanismen zum Umgehen von ASCII-Zeichnungen bereitzustellen.


Verständlichkeit
( Anforderung 14 )
Das allgemeine Verständnis der angebotenen Inhalte ist durch angemessene Maßnahmen zu fördern.

Priorität I
Bedingung 14.1
Für jegliche Inhalte ist die klarste und einfachste Sprache zu verwenden, die angemessen ist.

Priorität II
Bedingung 14.2
Text ist mit graphischen oder Audio-Präsentationen zu ergänzen, sofern dies das Verständnis der angebotenen Information fördert.

Bedingung 14.3
Der gewählte Präsentationsstil ist durchgängig beizubehalten.

Auf meiner Webseite finden Sie auch Infos zum Thema barrierefreies Webdesign

Barrierefreiheit – wer braucht das?

Barrierefreiheit – wer braucht das? Ich gehe von mir aus. Ich mache nicht gern Dinge, bei den mir nicht klar ist, warum und für wen. Bevor ich tiefer in die Materie einsteige um zu beschreiben, wie man Internetseiten bzw. Software barrierefrei macht, möchte ich hier erörtern welcher Personenkreis davon profitiert. Ich möchte hier einige Behinderungsarten kurz beschreiben und erklären, welche Probleme diese Personengruppe beim Umgang mit Software und Internetseiten haben.


Sehbehinderung
Eine Sehbehinderung kann bei der Geburt, durch eine Augenverletzung oder als Begleiterscheinung des älter werdens entstehen. In die Personengruppe „Sehbehinderung“ möchte ich auch blinde Menschen aufnehmen. Wenn man gar nichts sieht, ist das eine erhebliche Behinderung. Farbfehlsichtigkeit (z. B. Farbenblindheit) ist auch eine Einschränkung des Sehvermögens.

Blinde Menschen können mit Hilfe eine Software(=Screenreader) nur lesen, deshalb sind Bilder ohne einen Beschreibungstext nicht wahrnehmbar.

Menschen mit einem geringen Sehrest haben Probleme bei kleinen Schriften oder zu wenig Farbkontrast zwischen Schrift-und Hintergrundfarbe. Deswegen sollte die Schriftgröße oder die Farben bei Internetseiten und Software veränderbar sein.

Da Menschen mit einer Sehbehinderung und auch blinde Menschen fast nur mit der Tastatur arbeiten, sollte die Software/Webseite nicht nur mit der Maus, sondern auch per Tastatur bedienbar sein.

Werden auf einer Webseite bzw. in einer Software Videos bereitgestellt, sollte eine Zusammenfassung des Videos in Schriftform bereitgestellt werden.


Motorische Behinderung
Motorische Behinderungen sind Behinderungen bei denen ein oder mehrere Körperteile nur eingeschränkt oder gar nicht eingesetzt werden können.

Motorische Behinderungen können bei der Geburt, bei einem Unfall oder durch einen Schlaganfall entstehen. Oft hat eine Motorische Behinderung zur Konsequenz, dass nur ein Arm(oder eine Hand) zum Bedienen eines Computers/Laptops verwendet werden kann.

Die Auswirkungen können sehr unterschiedlich sein. Manche dieser Menschen arbeiten lieber mit der Maus, andere lieber mit der Tastatur. Deswegen ist es auch hier wichtig, dass die Software/Webseite mit Maus und Tastatur zu bedienen ist.

Häufig haben diese Menschen auch Probleme beim drücken von Tastenkombinationen(mehrere Tasten gleichzeitig drücken). Deswegen sollten Menü-Shortcuts (z. B. Strg+O für Datei öffnen) vom Anwender verändert werden können.


Gehörlose
Gehörlose können mitunter auch Probleme beim Sprechen haben.
Um Wörter richtig aussprechen zu können, muss man sie vorher gehört haben.
Wenn man sie nicht richtig hört, ist die korrekte Aussprache sehr schwierig.
Webseiten und Programme die bestimmte Informationen nur Akustisch wiedergeben, sind für gehörlose Menschen eine unüberbrückbare Hürde.
Deswegen sollten akustische Informationen zusätzlich in Schriftform oder in Gebärdensprache bereit gestellt werden.


Lernbehinderungen
Menschen mit Lernbehinderung sind nicht „dumm“. Lernbehinderung bedeutet nicht, dass jemand gar nichts weiß, sondern dass jemand vielleicht etwas länger braucht bis zum Lernziel oder dass eine gewisse Präsentationsweise des zu lernenden Stoffes angewandt werden muss, damit dass Lernziel erreicht wird.

Menschen mit Lernbehinderungen brauchen einfache und leicht durchschaubare Menus/Navigationen. Außerdem ist ein reichhaltiges Angebot an Hilfen (FAQ,Glossar usw.) sehr hilfreich.

Folgende Punkte sind für Texte wichtig:
-Viele Überschriften mit wichtigen Stichwörtern
-Kurze Sätze
-Texte sollten möglichst kurz sein
-Beschränkung auf das Wesentliche


Menschen im fortgeschrittenen Alter
Es hat sich in unserer Gesellschaft so manch Begriff verbreitet, mit dem ich nicht glücklich bin. Zum Beispiel die Personengruppe „50+“. Ich habe ganz bewusst, diesen Begriff nicht in die Überschrift genommen, weil ich nicht glaube, dass alle Menschen über 50 die selben Alterserscheinungen haben. Deswegen schreibe ich „Menschen im fortgeschrittenen Alter“, da kann jeder selbst entscheiden, ob er dazugehört oder nicht!

Die Zahl der Menschen im fortgeschrittenen Alter die sich im Internet tummeln, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Diese Menschen brauchen klar strukturierte Internetseiten, ausreichenden Farbkontrast und veränderbare Schriftgrößen.

Barrierefreiheit wird im englischen Accessibiliy genannt. Im Artikel Was bedeutet Accessibility? können Sie mehr darüber lesen.

Diese Personengruppen profitieren alle von barrierefreien Internetseiten und Software.

Gerne dürfen Sie auch meine Webseite besuchen:

Marlem-Software – Barrierefreiheit

Was ist eine „barrierefreie Software“?

Eine Barriere ist ein Hindernis. Für Menschen mit Behinderung und auch für ältere Menschen, kann es beim bedienen von Software Barrieren, sprich Hindernisse geben.

Ich möchte mal ein paar Beispiele für Barrieren nennen:

Eine Software die nur mit der Maus, nicht aber mit der Tastatur bedienbar ist, ist für blinde und sehbehinderte Menschen gar nicht zu bedienen, weil man mit einem Sehproblem, nicht wahrnehmen kann, wo sich gerade der Mauszeiger befindet.

Eine Software, die keine Menüs hat sondern nur Schalter mit Bildern ohne Beschreibungstext, ist für blinde Menschen nicht zu bedienen, weil der Screenreader(eine Software die dem blinden den Bildschirminhalt „vor liest“) nur lesen, aber nicht sehen kann.

Eine Software die Fehlermeldungen nur Akustisch übermittelt, aber keine Meldung auf dem Bildschirm bringt, ist für gehörlose Menschen nicht zu bedienen.

Eine Software die viele Funktionen mit Tastenkombinationen belegt hat, bei den man 2-3 Tasten gleichzeitig drücken muss, ist für Menschen die behinderungsbedingt nur mit einer Hand tippen können ebenfalls nicht zu bedienen!

Eine Software, die zwischen Schrift-und Hintergrundfarbe zu wenig Kontrast hat, ist für Menschen mit einer Farbenfehlsichtigkeit nicht zu bedienen.

Dies alles können Barrieren bei einer Software für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen sein.

Eine barrierefreie Software nimmt auf diese ganzen Einschränkungen Rücksicht und ist so individuell anpassbar, dass jeder Mensch sie bedienen kann. In der englischsprachigen Literatur findet man das Wort „Accessibility“ statt Barrierefreiheit.
Im Artikel Was bedeutet Accessibility? können Sie mehr darüber lesen.

Wenn Sie eine barrierefreie Software benötigen, dürfen Sie gerne meine Webseite besuchen.
Barrierefreie Software

Was bedeutet Barrierefreiheit in der IT / Informatik / EDV

In diesem Artikel wird erklärt was Barrierefreiheit in der IT / Informatik / EDV.

Barrierefreiheit bedeutet ohne Hindernisse (=Barrieren).
In der IT (Informatik) / EDV gibt es Barrierefreiheit bei Software und Websiten / Internetauftritte / Homepages.

Was ist Barrierefreiheit?

Als erstes möchte ich klären, was Barrierefreiheit bedeutet. Hierfür nehme ich die Definition die in Wikipedia steht:
Barrierefreiheit bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch eine Gestaltung der baulichen Umwelt sowie von Informationsangeboten, Kommunikation usw. dergestalt, dass sie von Menschen mit Beeinträchtigungen ohne zusätzliche Einschränkungen genutzt und wahrgenommen werden können.

Barrierefreiheit in der Informatik – das Gesetz

Seit dem 1. Mai 2002 gibt es ein Gleichstellungsgesetz für Behinderte. Mit diesem Gesetz möchte der deutsche Staat, Benachteiligung von Behinderten vermeiden.

§ 11 Barrierefreie Informationstechnik

(1) Träger öffentlicher Gewalt im Sinne des § 7 Abs. 1 Satz 1 gestalten ihre Internetauftritte und -angebote sowie die von ihnen zur Verfügung gestellten grafischen Programmoberflächen, die mit Mitteln der Informationstechnik dargestellt werden, nach Maßgabe der nach Satz 2 zu erlassenden Verordnung schrittweise technisch so, dass sie von behinderten Menschen grundsätzlich uneingeschränkt genutzt werden können. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestimmt durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, nach Maßgabe der technischen, finanziellen und verwaltungsorganisatorischen Möglichkeiten

  1. die in den Geltungsbereich der Verordnung einzubeziehenden Gruppen behinderter Menschen,
  2. die anzuwendenden technischen Standards sowie den Zeitpunkt ihrer verbindlichen Anwendung,
  3. die zu gestaltenden Bereiche und Arten amtlicher Informationen.

(2) Die Bundesregierung wirkt darauf hin, dass auch gewerbsmäßige Anbieter von Internetseiten sowie von grafischen Programmoberflächen, die mit Mitteln der Informationstechnik dargestellt werden, durch Zielvereinbarungen nach § 5 ihre Produkte entsprechend den technischen Standards nach Absatz 1 gestalten.

Das Behindertengleichstellungsgesetz ( BGG ) wurde geändert und trat am 1. September 2016 in Kraft. Hier der neue Paragraph: Barrierefreie Informationstechnik – das neue Behindertengleichstellungsgesetz ( BGG )

Anmerkung von Markus

Da das Gesetzesdeutsch etwas schwierig ist, erkläre ich es in einfachem deutsch was in diesem Paragraphen steht. Träger öffentlicher Gewalt sind zum Beispiel alle Behörden. Alle Einrichtungen die Träger öffentlicher Gewalt sind, müssen Webseiten und Programme / Software barrierefrei gestalten.

Dieses Gesetz war die Geburtsstunde der Barrierefreiheit in der Informatik.

Barrierefreiheit in der Informatik – Definition

Barrierefreiheit in der Informatik oder Accessibility in der Informatik bedeutet, dass Webseiten, Programme und Betriebssysteme so gestaltet sind, dass sie auch von Menschen mit körperlichen Einschränkungen bedient werden können. Das obige Gleichstellungsgesetz richtet sich an Menschen mit Behinderungen. Anders ausgedrückt Barrierefreiheit in der Informatik bedeutet, dass Webseiten, Programme und Betriebssysteme keine Hindernisse bzw. Barrieren bei der Bedienung für Menschen mit Behinderungen haben.

In folgendem Video wird Barrierefreiheit in der Informatik erklärt.

h2>Barrierefreiheit in der Informatik – Barrierefreies Webdesign

Wenn eine Webseite für Menschen mit Behinderung bedienbar ist, wird das auch barrierefreies Webdesign genannt. Näheres über barrierefreies Webdesign erfahren Sie in diesem Blogartikel: barrierefreies Webdesign

Oben ist die Schriftfarbe gut sichtbar, weil ein guter Farbkontrast zwischen Hintergrund-und Schriftfarbe gewählt wurde unten nicht

Das Bild zeigt eine Webseite mit einem guten Farbkontrast zwischen Hintergrund-und Schriftfarbe oben und einen schlechten Farbkontrast unten.

zu barrierefreies Webdesign gehört auch:

Hier noch ein Youtube-Video von mir zum Thema barrierefreies Webdesign:

Was ist barrierefreie Softwareentwicklung?

Zur barrierefreie Informationstechnik gehört die barrierefreie Softwareentwicklung. Wenn eine Software so entwickelt wird, dass Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Einschränkungen diese Software bedienen können, dann ist das barrierefreie Softwareentwicklung. Nachstehende Links gehören zu barrierefreie Softwareentwicklung:

Folgendes Video erklärt die barrierefreie Softwareentwicklung mit Dotnet:

Das nächste Video erklärt die barrierefreie Softwareentwicklung mit Java – Swing:

Was ist barrierefreies Webdesign?

Ein weitere Baustein der barrierefreie Informationstechnik ist das barrierefreie Webdesign. Barrierefreies bedeutet dass eine Webseite so programmiert wird dass sie auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen bedienbar ist. Folgende Artikel beschäftigen sich mit barrierefreies Webdesign:

Beispiele für Barrieren auf Webseiten:
Eine Kleine Schrift kann eine Barriere für Sehbehnderte und ältere Menschen sein.
Zu wenig Farbkontrast kann eine Barriere für Menschen mit Farbsehschwäche (z. B. Farbenblindheit) sein.
Bilder ohne Alternativtext(der das Bild beschreiben soll) ist eine Barriere für blinde Menschen, weil sie mit einer Software arbeiten die nur lesen kann(=Screenreader)

Beispiele für Barrieren bei Software:
Tastenkombinationen sind Barrieren(=Hindernisse) für Menschen die Behinderungsbedingt nur mit einer Hand die Tastatur bedienen können.
Software die nur mit der Maus bedienbar ist, ist eine Barriere für blinde und sehbehinderte Menschen, weil sie nur mit der Tastatur arbeiten.

Barrierefreiheit bedeutet also, dass eine Webseite oder Software auf Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen Rücksicht nimmt und somit für alle Menschen wahrnehmbar und bedienbar ist.

Wenn Sie fragen haben, dann rufen Sie an unter 07121/504458 oder schreiben Sie eine Mail an info@marlem-softwre.de .

Barrierefreie Software mit der Programmiersprache Java


Seit 10 Jahren bemüht sich Markus Lemcke, Inhaber von Marlem-Software, Internetseiten und Software für Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen. Im November 2009 hielt Lemcke beim Fernsehsender MDR in Leipzig einen Vortrag zum Thema „Barrierefreiheit mit Java“.

Seit Mai 2002 gibt es in Deutschland ein Gleichstellungsgesetz, welches dafür sorgen soll, dass Menschen mit Behinderung gleiche Chancen bekommen, wie Menschen ohne Behinderung. In diesem Gesetz gibt es auch einen §11 Informationstechnologie in dem u.a. gefordert wird, dass Software barrierefrei gestaltet werden sollte. Staatliche Einrichtungen werden in obigem Paragraph hierzu verpflichtet, während es für gewerbliche Anbieter lediglich heißt, dass entsprechende Software barrierefrei sein soll. Barrierefrei bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen bzw. Einschräkungen (gehörlos, sehbehindert, blind usw.) eine Software bedienen können.

Markus Lemcke hat am 2. November 2009 beim Fernsehsender MDR in Leipzig darüber referiert, wie man mit Java barrierefreie Software entwickelt. Grund hierfür war, dass der Fernsehsender MDR mehrere Java-Anwendungen in Benutzung hat, die nun barrierefrei werden sollen. Im Gespräch wurden die Funktionsweise der Umstellung und deren Aufwändigkeit geklärt.

Die Programmiersprache Java war die erste Programmiersprache die an Bedürfnisse von Behinderten gedacht hat. Durch entsprechende Schnittstellen und Eigenschaften werden Menschen mit Behinderung beim Bedienen der Software unterstützt. Java ist sogar in der Lage die Software (Screenreader) von blinden Menschen mit geeigneten Informationen zu versorgen, damit diese die Programmoberfläche wahrnehmen können.

Weitere Informationen zu barrierefreier Software und der Programmiersprache Java finden Sie im Internet unter nachstehendem Link.

Barrierefreiheit mit Java