UN-Behindertenrechtskonvention – Was ist das?

Da die Gleichstellung von Behinderten und die Inklusion in Deutschland und Reutlingen, so heißt der Ort in dem ich lebe, nur sehr schleppend woran geht, möchte ich heute über die UN-Behindertenrechtskonvention schreiben.

Was ist die UN-Behindertenrechtskonvention?

Im Internet-Lexikon Wikipedia ist folgendes zu lesen:
Das 2006 von der UNO-Generalversammlung in New York verabschiedete und 2008 in Kraft getretene Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention, BRK) ist ein von 167 Staaten[1] und der EU[2] durch Ratifizierung, Beitritt (accession) oder (im Fall der EU) formale Bestätigung (formal confirmation) abgeschlossener völkerrechtlicher Vertrag, der die bislang bestehenden acht Menschenrechtsabkommen für die Lebenssituation behinderter Menschen konkretisierte: Sie werden weniger als Kranke betrachtet, sondern vielmehr als gleichberechtigte Menschen (sog. „menschenrechtliches Modell“).[3]
Die Konvention wurde über fünf Jahre erarbeitet und betrifft ca. 650 Mio. Menschen; keine andere wurde so schnell von so vielen Staaten ratifiziert.[3]
Quelle: Wikipedia
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Barrierefreiheit bei Android 7 oder Nougat

Das Weltunternehmen Google macht es mir nicht einfach, einen Artikel schreiben zu können über die Barrierefreiheit bei Android 7 oder Nougat. Trotzdem möchte ich jetzt in diesem Artikel berichten was Android 7 oder auch „Nougat“ genannt, an Neuerungen in Sachen Barrierefreiheit zu bieten hat.

Google und die Barrierefreiheit in Deutschland

Eine deutsche oder englische Dokumentation über die Barrierefreiheit bei Android 7 gibt es nicht und die deutsche Google-Mitarbeiterin Astrid Weber spricht zwar mit Behinderten aus Amerika, aber meine E-Mails werden ignoriert. Die Informationen dieses Blogartikels sind mühsam zusammengestückelt aus einem Youtube-Video, einem Benutzerhandbuch und Internetrecherche und einer Emulation für Android 7 mit Android Studio. Aber genau deswegen, weil es momentan keine vernünftige Dokumentation über die Barrierefreiheit bei Android 7 gibt, lohnt sich der Artikel! Los geht‘s!!

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Barrierefreiheit / Bedienungshilfen bei Android 6

Seit 5. Oktober 2015 gibt es das Google-Betriebssystem Android 6. Höchste Zeit dass ich über die Barrierefreiheit bei Android 6 schreibe. In diesem Artikel erfahren Sie welche Einstellungsmöglichkeiten Android 6 für Menschen mit Behinderung bietet.

Testbedingungen

Da ich mir nicht ständig neue Android-Geräte kaufen kann, wenn Google eine neue Android-Version herausbringt, habe ich nun Android Studio installiert. Mit Hilfe von Android Studio habe ich jetzt die Barrierefreiheit bzw. die Bedienungshilfen von Android 6 getestet.

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Apple schafft neuen Bereich Apps für Behinderte

Lange Zeit war es sehr schwierig herauszufinden welche Apps es für Behinderte bei Apple / IOS gibt. Jetzt gibt es eine Möglichkeit sich alle Apps für Behinderte anzeigen zu lassen.

Apple hat jetzt was gemacht, wo ich schon lange drauf gewartet habe. Wenn Sie im Iphone oder Ipad den Safari Browser Starten und dort folgenden Link eingeben http://appstore.com/Accessibility wird im App-Store alle Apps aufgelistet die für behinderte Menschen nützlich sind. Oben in der Mitte über den aufgelisteten Apps steht die Überschrift „Accessibility“, was wörtlich übersetzt „Zugänglichkeit“ heißt und „Barrierefreiheit“ bedeutet.
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Zeige mir wo kann ich hinein – Apps für Rollstuhlfahrer

In diesem Blogartikel geht es um Apps die Rollstuhlfahrer helfen barrierefreie Orte zu finden.

Welche Personengruppe benötigt solche Apps?

Die vorgestellten Apps sind für Rollstuhlfahrer. Noch immer ist es nicht selbstverständlich dass jedes Hotel, jede Gaststätte oder jedes Cafe für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. Genauso schwierig ist die Suche nach Behindertenparkplätzen. Die Vorgestellten Apps sind hierbei eine große Hilfe.

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Apps für Behinderte / Menschen mit Behinderung – Android / IOS

Heute beginnt eine neue Blogartikelreihe. Apps für Menschen mit Behinderung.

Was sind Apps für Menschen mit Behinderung?

Für Menschen ohne Behinderung ist ein Smartphone oder Iphone cool, trendy, oder „das benötigt man eben“. Für behinderte Menschen ist ein Smartphone / Iphone ein wichtiges Hilfsmittel. Durch meine stark eingeschränkte rechte Hand, kann ich zum Beispiel mit einem Fotoapparat nicht fotografieren, weil ich den Auslöser auf der linken Seite benötige. Das bedeutet ich konnte jahrelang nicht fotografieren. Für mein Android Smartphone habe ich einen App gefunden in der ich zwischen mehreren Möglichkeiten wählen kann wie ich das Foto „auslösen“ möchte. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten wie ich das auslösen eines Fotos mit der linken Hand erledigen kann.

Welche Apps werden vorgestellt?

Ich werde Apps für Android und IOS vorstellen, mit dessen Hilfe das ganze Gerät (Iphone, Smartphone, Ipad und Tablet) per Spracheingabe bedient werden kann. Ich werde Apps vorstellen mit deren Hilfe stumme oder sprachlich eingeschränkte Menschen sich ausdrücken, weil geschriebener Text oder Symbole von der App gesprochen werden. Ich werde Navigationsapps für blinde Menschen vorstellen. Apps die Texte einlesen können und danach den Text vorlesen. Für Menschen mit einer Farbsehschwäche habe ich Apps entdeckt, die Farben erkennen und im Display anzeigen welche Farbe ein bestimmter Gegenstand hat und einiges mehr.
Zu 90% habe ich alle Apps getestet. Die Apps welche Texte scannen und danach vorlesen, sind mir zu teuer. Da habe ich mich auf die Aussagen von Blinden verlassen, die ich persönlich oder durchs Internet kenne.
Folgende Blogartikel sind bereits fest geplant:

Ab nächsten Dienstag geht es los!

Behinderung: welche Gesetze gibt es für behinderte Menschen

In diesem Artikel möchte ich einen Überblick geben über Gesetze und Paragraphen die behinderten Menschen Rechte verschaffen.

Warum schreibt ein Informatiker über Gesetze?

Das Unternehmen Marlem-Software hat das Ziel die Informatik barrierefrei zu machen. Der Mensch Markus Lemcke, also ich, hat das Ziel das behinderte Menschen die gleichen Möglichkeiten haben wie Menschen ohne Behinderung.
Leider werden noch immer viele Gesetze, welche Behinderten ein besseres Leben ermöglichen würden, nicht ausreichend umgesetzt. Oft werden Behinderte in bestimmten Bereichen benachteiligt obwohl es rechtswidrig ist.
Deswegen möchte ich hier ein paar Gesetze anschauen und welche Rechte für behinderte Menschen daraus entstehen.

Das Grundgesetz

Das Grundgesetz ist die Grundordnung für das rechtliche und politische Handeln der Bundesrepublik Deutschland. Im 3. Artikel des Grundgesetzes steht folgendes:
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Im fettgedruckten Satz steht, dass der Staat niemand wegen einer Behinderung benachteiligen darf. Keine Benachteiligung bedeutet jedoch nicht, dass behinderte Menschen gleiche Rechte und Chancen haben.
Quelle: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland Art 3

Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz – BGG)

Im Mai 2002 trat das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft. Ziel dieses Gesetzes ist es, die Benachteiligung von behinderten Menschen zu beseitigen und zu verhindern sowie die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft zu gewährleisten und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen.
Ich möchte hier einige der Paragraphen in diesem Behindertengleichstellungsgesetz wiedergeben und erläutern. Das ganze Gesetz kann hier nachgeschaut werden:
Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz – BGG)

§ 9 Recht auf Verwendung von Gebärdensprache und anderen Kommunikationshilfen

(1) Hör- oder sprachbehinderte Menschen haben nach Maßgabe der Rechtsverordnung nach Absatz 2 das Recht, mit Trägern öffentlicher Gewalt im Sinne des § 7 Abs. 1 Satz 1 in Deutscher Gebärdensprache, mit lautsprachbegleitenden Gebärden oder über andere geeignete Kommunikationshilfen zu kommunizieren, soweit dies zur Wahrnehmung eigener Rechte im Verwaltungsverfahren erforderlich ist. Die Träger öffentlicher Gewalt haben dafür auf Wunsch der Berechtigten im notwendigen Umfang die Übersetzung durch Gebärdensprachdolmetscher oder die Verständigung mit anderen geeigneten Kommunikationshilfen sicherzustellen und die notwendigen Aufwendungen zu tragen.
(2) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestimmt durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf,
1.
Anlass und Umfang des Anspruchs auf Bereitstellung eines Gebärdensprachdolmetschers oder anderer geeigneter Kommunikationshilfen,
2.
Art und Weise der Bereitstellung von Gebärdensprachdolmetschern oder anderen geeigneten Hilfen für die Kommunikation zwischen hör- oder sprachbehinderten Menschen und den Trägern öffentlicher Gewalt,
3.
die Grundsätze für eine angemessene Vergütung oder eine Erstattung von notwendigen Aufwendungen für die Dolmetscherdienste oder den Einsatz anderer geeigneter Kommunikationshilfen und
4.
welche Kommunikationsformen als andere geeignete Kommunikationshilfen im Sinne des Absatzes 1 anzusehen sind.

Quelle: § 9 Recht auf Verwendung von Gebärdensprache und anderen Kommunikationshilfen

Anmerkung von Markus:
Jede Behörde sollte eigentlich darauf eingestellt sein, mit gehörlosen Menschen kommunizieren zu können. Aber ist das in der Praxis schon so? In Reutlingen habe ich nicht den Eindruck, dass die Behörden darauf eingerichtet sind. Wichtig ist mir aber, dass Gehörlose wissen, dass sie ein RECHT darauf haben. Sie können in bestimmten Situationen einen Gebärdendolmetscher verlangen.

§ 10 Gestaltung von Bescheiden und Vordrucken
(1) Träger öffentlicher Gewalt im Sinne des § 7 Abs. 1 Satz 1 haben bei der Gestaltung von schriftlichen Bescheiden, Allgemeinverfügungen, öffentlich-rechtlichen Verträgen und Vordrucken eine Behinderung von Menschen zu berücksichtigen. Blinde und sehbehinderte Menschen können nach Maßgabe der Rechtsverordnung nach Absatz 2 insbesondere verlangen, dass ihnen Bescheide, öffentlich-rechtliche Verträge und Vordrucke ohne zusätzliche Kosten auch in einer für sie wahrnehmbaren Form zugänglich gemacht werden, soweit dies zur Wahrnehmung eigener Rechte im Verwaltungsverfahren erforderlich ist.
(2) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestimmt durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, bei welchen Anlässen und in welcher Art und Weise die in Absatz 1 genannten Dokumente blinden und sehbehinderten Menschen zugänglich gemacht werden.
Quelle: § 10 Gestaltung von Bescheiden und Vordrucken

Anmerkung von Markus:
Behinderte, vor allem Blinde, können keine Formulare in Papierform ausfüllen ohne fremde Hilfe. Deswegen sind Behörden durch diesen Paragraphen dazu verpflichtet, Formulare in elektronischer Form zu Verfügung zu stellen. Durch meine Körperbehinderung ist es für mich auch wesentlich einfacher ein Word-Dokument oder eine PDF-Datei auszufüllen wie ein Stück Papier.
Hier in Reutlingen haben eigentlich alle Behörden ihre Formulare in elektronischer Form zur Verfügung gestellt, aber die Sachbearbeiter wissen es nicht. Deswegen bekomme ich noch oft Formulare in Papierform. Dagegen darf und muss man sich als Mensch mit Behinderung wehren. Wir haben ein Recht darauf.
Ein Tipp: Wenn Sie ein Formular in Papierform bekommen, dann schauen Sie auf der Webseite der entsprechen Behörde nach. Hier in Reutlingen gibt es auf den Webseiten die Formulare in Word oder PDF-Format.

§ 11 Barrierefreie Informationstechnik

(1) Träger öffentlicher Gewalt im Sinne des § 7 Abs. 1 Satz 1 gestalten ihre Internetauftritte und -angebote sowie die von ihnen zur Verfügung gestellten grafischen Programmoberflächen, die mit Mitteln der Informationstechnik dargestellt werden, nach Maßgabe der nach Satz 2 zu erlassenden Verordnung schrittweise technisch so, dass sie von behinderten Menschen grundsätzlich uneingeschränkt genutzt werden können. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestimmt durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, nach Maßgabe der technischen, finanziellen und verwaltungsorganisatorischen Möglichkeiten
1.
die in den Geltungsbereich der Verordnung einzubeziehenden Gruppen behinderter Menschen,
2.
die anzuwendenden technischen Standards sowie den Zeitpunkt ihrer verbindlichen Anwendung,
3.
die zu gestaltenden Bereiche und Arten amtlicher Informationen.
(2) Die Bundesregierung wirkt darauf hin, dass auch gewerbsmäßige Anbieter von Internetseiten sowie von grafischen Programmoberflächen, die mit Mitteln der Informationstechnik dargestellt werden, durch Zielvereinbarungen nach § 5 ihre Produkte entsprechend den technischen Standards nach Absatz 1 gestalten.

Anmerkung von Markus:
Webseiten und Programme von Behörden, müssen barrierefrei sein. Für Unternehmen besteht keine Pflicht ihre Webseiten und Programme barrierefrei zu machen. Meine Berufserfahrung hat gezeigt, dass Behörden Barrierefreiheit zum Nulltarif haben möchten. Deswegen sind 14 Jahre nach in Kraft treten des Gleichberechtigungsgesetzes noch immer einige Webseiten und noch viele Programme nicht barrierefrei. Also liebe Behinderten wehrt Euch! Wenn Ihr auf einer Webseite seid, die nicht barrierefrei ist, schreibt der Behörde eine Mail und beschwert Euch.
Wenn ihr in einer Behörde arbeitet und mit Programmen arbeitet, die nicht barrierefrei sind, dann wehrt Euch. Die Behörden sind dazu verpflichtet ihre Programme barrierefrei zu machen.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Das Grundgesetz schützt Menschen mit Behinderung vor dem Staat. Das Gleichstellungsgesetz verpflichtet den Staat Chancengleichheit für Behinderte zu schaffen. Was noch fehlt ist ein Schutz wenn es Bürger gegen Bürger geht.
Das AGG definiert in Paragraph 1 folgendes Ziel:
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.
Quelle: § 1 Ziel des Gesetzes

Anmerkung von Markus:
Absagen bei Bewerbungen oder Kündigungen wegen einer Behinderung sind noch immer Alltag von vielen behinderten Menschen. Äußerungen wie „Man bist du behindert!“ oder „Du siehst so richtig behindert aus!“ sind umgangssprachliche Redewendungen die zwischen Menschen ohne Behinderung immer wieder vorkommen. Oft steckt keine böse Absicht dahinter, sondern geschieht es aus Unüberlegtheit. Dennoch wird hier das Wort „Behinderung“ als Schimpfwort verwendet.
Private Krankenkassen lehnen eine Mitgliedschaft von Behinderten ab, weil sie zu hohe Kosten befürchten.
Leider habe ich auch eine Kirche kennengelernt die aus „theologischen“ Gründen Menschen mit Behinderungen für minderwertig erklärt. Derartiges Ansinnen ist weit weg vom dem was in der Bibel steht. In solch einem Fall macht es keinen Sinn zu versuchen sich mit Hilfe dem Gleichbehandlungsgesetz zu wehren. Einfach Kirche verlassen und den Rest vom Leben einen großen Bogen um diese Kirche machen.

Schlussbemerkung.

Ich hoffe dieser Blogartikel hilft, dass Menschen mit Behinderungen Ihre Rechte kennen und sich gegeben falls wehren, wenn sie beabsichtigt oder unbeabsichtigt benachteiligt werden.

Barrierefreiheit bei Android 5

Damit ich in Sachen Barrierefreiheit bei Betriebssystemen wieder auf dem Laufenden bin folgt noch ein Blogartikel über bei Android 5. Weil ich selbst noch kein Android 5 habe, war ich bei einem Freund um dort einige Funktionen zu testen.

Was ist Android?

Android ist ein Betriebssystem von Google für Smartphones. Es ist also die Konkurrenz zu Apple/IOS.

Android 5 – Allgemeine Neuerungen

Damit Sie einen Überblick bekommen was es generell bei Android 5 neues gibt können Sie dieses Video anschauen:
Samsung Galaxy Note 4 Android 5 0 Lollipop Update deutsch HD

Barrieren bei Android 5

Leider ist es von Gerät zu Gerät verschieden welche Einstellungen es zur Barriefreiheit gibt. Es kann sein, dass Sie hier Einstellungsmöglichkeiten lesen die es auf Ihrem Smartphone nicht gibt. Es kann auch sein, dass die nachfolgenden Kategorien im nächsten Abschnitt auf Ihrem Gerät anders heißen. Die Angaben in diesem Blog beziehen sich auf Android 5 bei Smartphones von Samsung-Geräten. Mir ist nicht klar warum Google dieses Durcheinander mitmacht. Gerade für Behinderte Menschen ist eine einheitliche Bedienung sehr wichtig.

Barrierefreiheit bei Android 5

Die Einstellungen zur Barriefreiheit finden Sie in „Einstellungen“ ? „Bedienungshilfen“ oder „Eingabehilfe“.

Die Eingabehilfe ist aufgeteilt in folgende Kategorien:

  • System
  • Dienste
  • Sehhilfe
  • Hörbehinderung
  • Mobilität

TalkBack

Talkback ist der Screenreader von Android. Er liest laut vor, was auf Ihrem Display angezeigt wird, und erleichtert Ihnen somit den Zugriff auf die Inhalte. Wenn Sie etwas auf dem Display auswählen, nennt TalkBack den jeweiligen Namen der Funktion. Wenn Sie TalkBack ausführen, wird die Bewegungssteuerung aktiviert und Sie können anhand von Gesten mit Ihren Fingern arbeiten. Weiterhin liest TalkBack dank der verbesserten Internetfunktionen die verschiedenen Inhalte von Webseiten vor. Talkback ist eine gute Hilfe für blinde und sehbehinderte Menschen.

Schriftgröße

Sie können eine von 7* Schriftgrößen entsprechend Ihrer Sehfähigkeit auswählen. Durch die Anpassung der Schriftgröße an Ihre Sehkraft sind Inhalte besser zu lesen. Die Einstellung der Schriftgröße ist für sehbehinderte Menschen sehr wichtig.
* Einige der Funktionen unterstützen auf dem GALAXY Note 3 bis zu 6 Schriftgrößen.
* Das GALAXY S4 unterstützt bis zu 5 Schriftgrößen.

Anpassen der Farben

Sind Informationen auf dem Bildschirm schlecht zu lesen, können Sie die Farben anpassen und so die Lesbarkeit verbessern. Anhand der Farbbeispiele können Sie die Farben anpassen oder optimieren, die nicht deutlich zu sehen sind.
* Die Farbe von Bildern hängt ggf. von den Einstellungen ab.

Umgekehrte Farben

Die Funktion zur Farbumkehr sucht automatisch nach der optimalen Anzeige für Ihre Sehkraft und wählt diese aus. Wenn Sie diese Funktion aktivieren, werden zur Verbesserung der Lesbarkeit schwarz und weiß umgekehrt.

Gesten zum Vergrößern

Mit Gesten können Sie mühelos Bereiche vergrößern oder verkleinern, indem Sie einfach dreimal auf das Display tippen (gilt für alle Bereiche außer der Tastatur und Navigationsleiste). Wenn Sie einen Bereich vergrößert haben, können Sie einfach einen anderen ansehen, indem Sie 2 Finger auf den Bereich ziehen. Das Vergrößern hat das selbe Ziel wie eine Bildschirmlupe. Es hilft Menschen mit einer Sehbehinderung.

S Voice

S Voice ist eine weitere Funktion, die das Bedienen Ihres Gerätes vereinfacht. Wenn Sie den Freihand-Modus einstellen, werden nicht nur die Nachrichten vorgelesen, die auf Ihrem Gerät eingehen, sondern Sie können auch per Sprachbefehl auf die Nachricht antworten oder den Anruf von Freunden entgegennehmen. Und wenn Sie Informationen anzeigen oder Anwendungen ausführen möchten, sagen Sie bei eingeschalteter S Voice-Funktion einfach „Hi, GALAXY!“ und schon ist S Voice einsatzbereit und wartet auf Ihre Befehle.
S Voice beantwortet auch Fragen! Zum Beispiel: Wie wird das Wetter morgen? Wie weit ist es von A nach B und vieles mehr! S Voice ist richtig klasse!

Audio-Balance

Audio-Balance ist unsere Lösung für Menschen, die auf ihren Ohren unterschiedlich gut hören können. Sie können die Lautstärke der Ohrhörer für jedes Ohr anders einstellen.
Audio-Balance ermöglicht mit Ohrhörern eine Klangumgebung, die für Sie optimal angepasst und angenehm ist.

Flash-Benachrichtigung

Sie können Ereignisse über das Blitzlicht im Auge behalten. Ist Flash-Benachrichtigung aktiviert, blinkt der Blitz der Kamera auf der Rückseite Ihres Geräts und macht Sie so auf einen eingehenden Anruf oder eine Benachrichtigung aufmerksam.

Klang anpassen

Mit dieser Funktion können Sie den Klang Ihrer Ohrhörer für Ihre Ohren optimieren. Verbinden Sie einfach die Ohrhörer mit Ihrem Gerät, stecken Sie die Stöpsel ins Ohr und drücken Sie „Optimieren“. Die Klangqualität wird dann für Telefonanrufe oder für Musik entsprechend Ihres Hörvermögens optimiert.
Sie finden diese Funktion unter Einstellungen ? Audio

Mono Audio

Menschen mit einseitigen Hörproblemen können mit der Mono Audio-Funktion Stereo in Mono umwandeln, um alle Klänge der beiden Kanäle hören zu können. Dies ist besonders hilfreich, wenn Sie nur noch auf einem Ohr hören können.

Alle Töne ausschalten

Wenn bei Ihnen ein vollständiger Hörverlust vorliegt , möchten Sie sicher nicht , dass Ihr Gerät andere Menschen ggf. durch Klangbenachrichtigungen stört. Über dieses Menü können Sie alle Töne und Benachrichtigungen ausschalten, um ungewollte Töne zu vermeiden und Ihre Privatsphäre zu wahren.

Vibrationsmuster erstellen

Für Menschen mit beträchtlichen Hörproblemen gibt es eine Funktion, mit der Sie Ihren Klingelton durch Vibrationsmuster ersetzen können. Über das Menü „Vibration“ in den Audioeinstellungen können Sie verschiedene Vibrationsmuster erstellen, die ca. 10 Sekunden andauern. Wenn Sie für jeden Ihrer Freunde im Telefonbuch ein Vibrationsmuster erstellen, können Sie daran erkennen, wer Sie anruft – ohne auf das Display sehen zu müssen. Sie finden diese Funktion unter Einstellungen ? Audio.

Assistentenmenü

Über dieses Menü können Menschen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind, Funktionen einfacher bedienen. Sie können die Funktionen per Touch aufrufen, die normalerweise durch Drücken einer Taste oder durch Gesten aktiviert werden. Zu den Funktionen in diesem Menü gehören: Menü, Benachrichtigungsfenster öffnen, Startbildschirm, Zurück, Lautstärkeregelung, Display sperren, Neustart, Gerät ausschalten, Geräteoptionen öffnen, Bildschirm fotografieren, Vergrößern/Verkleinern, Einstellungen usw.

Verzögerung für längeres Berühren

Sie können Ihren Startbildschirm über das Menü bearbeiten, das angezeigt wird, wenn Sie einen leeren Bereich Ihres Startbildschirms länger berühren.
Sie können in den Einstellungen als Zeitraum Kurz (0,5 s), Mittel (1 s) oder Lang (1,5 s) auswählen. Mit dieser Funktion können Sie das Hintergrundbild ändern, Apps oder Widgets hinzufügen, Ordner anlegen und Seiten bearbeiten.
Bei meinem Smartphone (Android 4.1.2) funktioniert das nicht. Ich hoffe, dass es bei Android 5 so wie beschrieben funktioniert.

Easy Touch-Modus

Mit dem Easy Touch-Modus können Sie Alarme, Kalenderereignisse und Timer-Meldungen ausschalten oder vorübergehend ausschalten. Sie müssen also nicht mit Ihrem Finger über den Bildschirm wischen, sondern können durch minimale Fingerbewegung mit Ihrem Gerät kommunizieren.

Interaktionssteuerung

Sie können Fehler durch ungewollte Touch-Gesten beim Ausführen von Anwendungen einschränken. Wenn Sie „Startbildschirm“ und „Leiser“ gleichzeitig drücken, können Sie einen Bereich auf dem Bildschirm auswählen, der nicht auf ungewollte Berührungen reagiert. Wenn dieses Menü aktiviert ist, können Sie die Autom. Drehung und die Tasten auf Ihrem Telefon nicht verwenden.
Apps-Benachrichtigungen werden nur auf der Benachrichtigungsseite und in der Statusleiste angezeigt.

Anrufe annehmen/beenden

Sie können Anrufe per Tastendruck oder Sprachbefehl annehmen und über die Ein-/Austaste beenden.

Kurzbefehle anzeigen

Drücken und halten Sie die Ein-/Austaste, um auf Kurzbefehle für die Einstellungen für Barrierefreiheit und TalkBack zuzugreifen.
Wenn Sie eine Option im Menü „Kurzbefehl anzeigen“ auswählen, wird sie in der Liste der Geräteoptionen angezeigt. Sie können dann das Menü aufrufen, ohne über das Einstellungsmenü zu gehen, und so Zeit einsparen und Ihr Gerät leichter bedienen.

Barrierefreiheit auf mehreren Geräten verwalten

Über NFC, Bluetooth, Wi-Fi Direct, Cloud usw. können Sie Ihre Einstellungen zur Barrierefreiheit mit anderen Geräten teilen, sie darauf speichern oder aktualisieren. Auf diese Weise bleibt Ihnen Ihre vorhandene Benutzerumgebung erhalten, auch wenn Sie Ihr Smartphone wechseln.

Eigentlich wollte ich zum Schluss noch ein Video in deutscher Sprache präsentieren, welches die Barriefreiheit bei Android zeigt. Ich habe aber kein deutschsprachiges Video gefunden, deswegen gibt es ein englisch sprachiges Video:

Schlussbemerkung:

In Sachen Barriefreiheit ist Android 5 sehr unterschiedlich. Die Hersteller der Smartphones entscheiden welche Funktionen sie zur Verfügung stellen und welche nicht! Das muss von seiten Google geändert werden. Deutschsprachige Dokumentation zu finden für die Barriefreiheit bei Android ist einfach. Leider ist die Google-Webseite zur Barriefreiheit bei Android nach Funktionen geordnet und nicht nach Android-Version. Außerdem ist sie nicht komplett. Das macht es etwas mühsam.
Google holt in Sachen Barriefreiheit auf. Android 5 hat tolle Neuerungen die zeigen, dass Google sich intensiv mit dem Thema Barriefreiheit beschäftigt. Aber, auch wenn es meinem Google-Herz sehr weh tut, Apple ist in Sachen Barriefreiheit bei Mobiltelefone und Tablets ganz klar vorne! Da kann weder Microsoft noch Google mithalten.

Für viele Behinderte ist ein Google Smartphone oder ein GoogleTablet mit Sicherheit empfehlenswert. Ich werde in Sachen Smartphone weiterhin Google die Treue halten. Für Menschen mit spezielleren Bedürfnissen wegen ihrer Behinderung ist Apple die erste Wahl!


Weitere Infos zum Thema Accessibility/Barrierefreiheit bei Android finden Sie in folgenden Artikeln:

Barrierefreiheit bei Android: Hörbehinderung

In diesem Blogartikel erkläre ich die Bedienungshilfen für Menschen mit einer Hörbehinderug. Für diesen Blogartikel verwende ich mein Smartphone mit der Android Version 4.1.2 . Ob diese Funktionen bei Ihrem Smartphone auch vorhanden sind kann ich nicht garantieren. Sie werden auf einer Webseite von Samsung dokumentiert. Es kann also sein, dass die Bedienungshilfen die ich hier beschreibe nur bei Samsung-Geräten vorhanden sind.

Was ist Android?

Android ist ein Betriebssystem für Mobilgeräte entwickelt von Google. Android läuft auf Smartphone und Iphone.

Was sind Eingabehilfe?

Auf meinem Smartphone mit Android 4.1.2 heißt es „Eingabehilfe“. Auf meinem Tablet mit Android 4.2.2 heißt es Bedienungshilfen. Wünschenswert wäre, wenn Google sich auf einen Begriff einigen könnte.

Für welche Personengruppe ist dieser Blogartikel interessant?

Menschen mit einer Hörbehinderung sollten diesen Blogartikel lesen.

Eingabehilfen / Bedienungshilfen für Menschen mit Hörbehinderung

Folgende Einstellungsmöglichkeiten gibt es für Menschen mit einer Hörbehinderung:

Audio-Balance
Legen Sie mit Hilfe eines Reglers fest, auf welche Seite des Kopfhörers die Balance ausgerichtet werden soll.

Mono-Audio
Hier kann Stereo in Mono umgewandelt werden.
Alle Töne ausschalten
Hier können alle Töne, einschließlich Empfängerstimme ausgeschalten werden.

Flash-Benachrichtigung
Sobald eine neue Information (z.B. neue E-Mail/SMS) empfangen wurde, leuchtet das Kameralicht auf.
Diese Funktion gibt es bei meinem Smartphone nicht. Sie wird in der Hilfe von Samsung dokumentiert.

Schlussbemerkung:

Android hat auch für Menschen mit einer Hörbehinderung einige Einstellungsmöglichkeiten zu bieten. Mich nervt, dass die Bedienungshilfen von Gerät zu Gerät völlig unterschiedlich sind. Mein Wunsch wäre, dass die Bedienungshilfen bei einer Android-Version völlig identisch sind und es keine Unterschiede zwischen verschiedene Geräte gibt.


Weitere Blogartikel zur Barrierefreiheit bei Android

Android 4.0 / Ice Cream Sandwich ist konzipiert für Accessibility / Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bei Android 4 – Screenreader Talkback

Barrierefreiheit bei Android: Texte sprechen lassen

Barriefreiheit bei Android 5

Vision 2015: Inklusion in ganz Deutschland

In diesem Blogartikel erkläre ich was Inklusion ist und warum es wichtig ist, dass sie auch in Deutschland umgesetzt wird!

Was ist Inklusion?

Als soziologischer Begriff beschreibt das Konzept der Inklusion eine Gesellschaft, in der jeder Mensch akzeptiert wird und gleichberechtigt und selbstbestimmt an dieser teilhaben kann – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen.

Quelle: Inklusion Schule

Eine andere Definition:
Inklusion (lateinisch „Enthaltensein“) bedeutet, dass alle Menschen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Das heißt: Menschen mit Behinderungen müssen sich nicht mehr integrieren und an die Umwelt anpassen, sondern diese ist von vornherein so ausgestattet, dass alle Menschen gleichberechtigt leben können – egal wie unterschiedlich sie sind. Das Ideal der Inklusion ist, dass die Unterscheidung „behindert/nichtbehindert“ keine Relevanz mehr hat.

Quelle: Inklusion was ist das?

Es geht also darum, dass alle Menschen in der Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben können. Insbesondere geht es darum, dass Menschen mit Behinderungen nicht mehr in „Sondereinrichtungen“ untergebracht werden, sondern zusammen mit Nichtbehinderten in den gleichen Kindergarten und in die gleiche Schule gehen. Auch im Berufsleben sollen Menschen mit und ohne Behinderung nicht mehr getrennt werden, sondern zusammen arbeiten.

Was ist die UN-Behindertenrechtskonvention?

Vielleicht fragen Sie sich, lieber Blogleser(in), wo oder wie ist überhaupt der Begriff Inklusion entstaden. Hier müssen Sie in der UN-Behindertenrechtskonvention nachschauen.

Auf der Startseite der Webseite ist folgendes zu lesen:
Das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (Convention on the Rights of Persons with Disabilities — CRPD) ist ein Menschenrechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, das am 13. Dezember 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurde und am 3. Mai 2008 in Kraft getreten ist.

Die UN-Behindertenrechtskonvention beinhaltet — neben der Bekräftigung allgemeiner Menschenrechte auch für behinderte Menschen — eine Vielzahl spezieller, auf die Lebenssituation behinderter Menschen abgestimmte Regelungen.

Die UN-Behindertenrechtskonvention ist also eine Internationale „Vereinbarung“ die sicherstellen soll, dass Behinderte von den Menschenrechten nicht ausgegrenzt werden.

Innerhalb dieser UN-Behindertenrechtskonvention gibt es einen eigenen Abschnitt über Inklusion in dem folgendes steht:

Inklusion
In der Behindertenrechtskonvention geht es nicht mehr um die Integration von “Ausgegrenzten”, sondern darum, von vornherein allen Menschen die uneingeschränkte Teilnahme an allen Aktivitäten möglich zu machen.
Nicht das von vornherein negative Verständnis von Behinderung soll Normalität sein, sondern ein gemeinsames Leben aller Menschen mit und ohne Behinderungen. Folglich hat sich nicht der Mensch mit Behinderung zur Wahrung seiner Rechte anzupassen, sondern das gesellschaftliche Leben Aller muss von vornherein für alle Menschen (inklusive der Menschen mit Behinderungen) ermöglicht werden.

Diese gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft, die Inklusion, ist der Leitgedanke der Behindertenrechtskonvention und schlägt sich in einigen Punkten der Konvention nieder:

Artikel 13 CRPD: Zugang zur Justiz
Artikel 24 CRPD: Bildung
Artikel 25 CRPD: Gesundheit
Artikel 29 CRPD: Wahlrecht

Besonders stark diskutiert worden ist die „inklusive Bildung“ in Artikel 24 der Konvention. Darin garantieren die Vertragsstaaten „ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen“. Der Normalfall soll danach sein, dass Kinder „nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden” (Artikel 24 Abs.2 a). Das allgemeine Bildungssystem soll jedem zugänglich sein. Ziel ist also der gemeinsame Schulbesuch von behinderten und nicht behinderten Kindern in einer Regelschule als „Normalfall“ — es soll keine Ausnahme sein. Gerade diese Zielsetzung ist sehr umstritten und geht einigen Kritikern zu weit.

Quelle: Inklusion in der Behindertenrechtskonvention

Inklusion ist also keine deutsche „Erfindung“, sondern eine Internationale Vereinbarung!

Inklusion – was bedeutet das konkret?

In der UN-Behindertenrechtskonvention steht ziemlich deutlich, dass es keine Kindergärten und Schulen nur für behinderte Menschen geben soll. Es soll nur noch Kindergärten und Schulen geben in den es Menschen ohne UND Menschen mit Behinderungen gibt. Die Ausgrenzung von behinderten Menschen, die oft in Deutschland mit großer Euphorie betrieben wird, soll endgültig aufhören!

Inklusion – Die Kritiker

Inklusion wird in Deutschland noch heftig diskutiert. Es gibt viele Kritiker die der Meinung sind, dass behinderte Kinder die Entwicklung von Kindern ohne Behinderungen bremsen. Dies ist selbstverständlich eine sehr einseitige Sichtweise. Oft können Kinder ohne Behinderung von behinderten Kindern was lernen! Außerdem gibt es die Möglichkeit einem behinderten Kind einen Assistenten zur Seite zu stellen.

Oft wird auch damit argumentiert, dass Inklusion zuviel Geld kostet. Wenn Inklusion konsequent umgesetzt wird spart das Geld! Warum? Ganz einfach, es müssen keine Behindertenschulen, Behindertenkindergärten und andere Behinderteneinrichtungen neu gebaut werden. Es werden alle neuen Gebäude barrierefrei gebaut! Ein Gebäude für alle Menschen und nicht ein Gebäude für Nichtbehinderte und das selbe Gebäude nochmal für Behinderte!

Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum in Deutschland der Gegenwind beim Thema Inklusion so groß ist. Seit 1994 steht im Grundgesetz dass kein Mensch wegen Behinderung benachteiligt werden darf. (Artikel 3 Grundgesetz  ). Seit Mai 2002 gibt es ein Gleichstellungsgesetz für behinderte Menschen ( Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz – BGG) . Seit 2007 werden behinderte Menschen vor Diskriminierung geschützt Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)  . Rechtlich ist also die Gleichstellung von behinderten Menschen schon lange vollzogen!

Warum gibt es so einen großen Gegenwind, wenn das geschriebene Recht in die Tat umgesetzt werden soll?
Oft habe ich den Eindruck, dass viele Menschen in Sachen „Behinderung“ nicht genügend informiert sind. Wobei ich ganz klar sagen muss, die Berichterstattung der Medien ist in den letzten Jahren erheblich besser geworden und das Internet bietet ebenso eine Fülle von Möglichkeiten sich über das Thema „Behinderung“ umfangreich zu informieren!

Für mich ist es nicht nachvollziehbar warum es in Deutschland so langsam voran geht mit der Inklusion.

Inklusion – Es fehlt ein Konzept!

Es gibt natürlich in Deutschland ein großes Problem: Es fehlt ein Konzept! Da ist aber auch nicht die Inklusion daran schuld, sondern die Bundesregierung hat Ihre Hausaufgaben nicht gemacht!
Für alles Mögliche gibt es Gesetze und Verordnungen nur für die Inklusion nicht. Da kann jeder machen wie er „lustig“ ist oder es aber auch bleiben lassen.

Folgende wichtigen Punkte müssen grundsätzlich gelöst werden:

Müssen alle behinderten Kinder in Regelschulen/Kindergärten und die Behindertenschulen / Kindergärten stehen dann leer? Warum können nicht Kinder ohne Behinderung auch in eine Behindertenschule/Behindertenkindergärten gehen?

Was geschieht mit Krankengymnasten, Ergotherapeuten und Sprachtherapeuten die bisher an Behindertenschulen / Behindertenkindergärten gearbeitet haben? Müssen die sich selbstständig machen? Regelschulen / Kindergärten besitzen keine Räumlichkeiten für Therapeuten.

Was wird aus Lehrer / Erzieher die bisher an einer Behindertenschule oder in einem Behindertenkindergarten gearbeitet haben? Die werden selbstverständlich, wegen Ihrem Fachwissen dringend benötigt! Die spannende Frage im Bürokratenstaat Deutschland ist, ob diese aufgrund Ihrer Ausbildung überhaupt in einer Regelschule oder in einem Regelkindergarten arbeiten dürfen!

Dies sind ganz grundsätzliche Probleme. Es kann nicht sein, dass jeder Landkreis diese Probleme „irgendwie“ löst. Wir benötigen bundesweite Lösungskonzepte!

Videos zur Inklusion

Damit das Thema „Inklusion“ anschaulicher wird, habe ich noch Videos herausgesucht:

Videolexikon Special: Inklusion

Pfarrer Rainer Schmidt: Inklusion ist vor allem eine Herzensangelegenheit

Prof. Theresia Degener: Menschenrechte gelten von Geburt an für jeden

Der Inklusion Song: Blind Foundation – Inklusion

 

Vision 2015: Inklusion in ganz Deutschland!

Ich wünsche mir für 2015 dass es zügiger voran geht bei der Umsetzung der Inklusion. Wir benötigen hier in Deutschland eine Gesellschaft die niemand ausgrenzt. Wir benötigen ein Menschenbild, dass die Fähigkeiten von Menschen in den Vordergrund stellt und nicht die Schwächen.