Barrierefreie Software-Entwicklung: Wie kann eine Software für Menschen mit einer Lernbehinderung barrierefrei gemacht werden?

Im Blogartikel „Accessibility – Barrierefreie Software-Entwicklung: Lernbehinderungen“ habe ich erklärt, welche Probleme gehörlose Menschen bei der Bedienung von Software haben. In diesem Blogartikel erfahren Sie wie Software entwickelt werden kann, damit Menschen mit einer Lernbehinderung wenig Probleme bei der Bedienung von Software haben.

Im ersten Artikel habe ich erwähnt, dass es nicht ganz einfach ist, die verschiedenen Arten der Lernbehinderung zu berücksichtigen. Deswegen möchte ich hier auch etwas „Druck“ raus nehmen. Es ist mit Sicherheit nicht möglich, alle Arten der Lernbehinderung zu berücksichtigen. Deswegen möchte ich in diesem Artikel Vorschläge machen, welche Maßnahmen helfen, eine Software für Lernbehinderte zugänglich zu machen.

Texte, zum Beispiel Hilfetexte, sollten kurze Sätze haben. Versuchen Sie verschachtelte Sätze zu vermeiden. Wenn Sie Fremdwörter , zum Beispiel Fachbegriffe verwenden, sorgen Sie dafür, dass es eine Möglichkeit gibt, nachzulesen, was der Fachbegriff bedeutet. Eine Idee ist zum Beispiel, dass Sie einen Link setzen auf einen Lexikoneintrag in dem der Fachbegriff verstädnlich erklärt wird. Der Königsweg ist natürlich, die Vermeidung von Fachbegriffen. Ich bin mir aber dessen bewusst, dass dies nicht immer möglich ist.

Wenn Sie Eingabemasken gestalten, sollten Sie darauf achten, dass die Eingabefelder eine Beschriftung haben und es eindeutig erkennbar ist, welche Beschriftung zu welchem Eingabefeld gehört.

Falls Ihre Software Fragen beinhalten die schriftlich beantwortet werden müssen, kann das für Menschen mit Lernbehinderung ein Problem darstellen. Eine Alternative könnte sein, dass Sie bestimmte Antwortmöglichkeiten vordefinieren und der Anwender ein Antwort per Mausklick auswählen kann.

Wenn Ihre Software eine Hilfe hat, können Sie darüber nachdenken, ein paar Videos einzubauen. Menschen mit einer Leseschwäche, können unter Umständen ein Video besser nachvollziehen wie geschriebener Text.

Dies sind einige Anregungen wie Sie Ihre Software für Menschen mit Lernbehinderungen zugänglicher machen können.

Barrierefreie Software-Entwicklung: 50+

In diesem Blogartikel erfahren Sie welche Probleme Menschen die über 50 Jahre sind, bei der Bedienung von Software haben. Selbstverständlich ist 50+ keine Behinderung.

Sicher sind Sie verwundert, dass ich in einer Blogartikelreihe über barrierefreie Softwareentwicklung Menschen mit 50+ erwähne. Selbstverständlich möchte ich nicht Menschen mit 50+ diskriminieren. Jedoch können Menschen mit 50+ die selben Probleme bei der Bedienung von Software haben wie Menschen mit bestimmten Behinderungsarten.

Die Zahl der Menschen mit 50+ welche am Computer arbeiten steigt stetig an. Computerarbeit hat den Vorteil, dass sie bei Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit oder Beweglichkeit dennoch durchgeführt werden kann. Deswegen sind Menschen mit 50+ eine wichtige Zielgruppe auch für Softwarehäuser/Software-Entwickler.

Menschen mit 50+ können Probleme bei unübersichtlichen Programmoberflächen haben. Kleine Schriften bei Beschriftungen z. B. Von Eingabefeldern können ebenso ein Problem sein für Menschen mit 50+. Ebenfalls kann es durch das nachlassen der Sehkraft problematisch sein, wenn zwischen Hintergrund-und Schriftfarbe zu wenig Kontrast vorhanden ist.

Wie die Probleme von Menschen mit Lernbehinderung bei der Software-Entwicklung gelöst werden können, erfahren Sie im Artikel „Wie kann eine Software für Menschen mit 50+ barrierefrei gemacht werden?

Barrierefreie Software-Entwicklung: Lernbehinderungen

In diesem Blogartikel erfahren Sie die Definition von Lernbehinderung und welche Probleme Menschen mit einer Lernbehinderung bei der Bedienung von Software haben.

Den Begriff Lernbehinderung gibt es seit 1960. Lernbehinderung zu definieren ist nicht ganz leicht. Die Kanter-Definition lautet „langandauerndes, schwerwiegendes und umfängliches Schulleistungsversagen“. In der Regel geht eine Lernbehinderung mit einer Beeinträchtigung der Intelligenz einher, die jedoch nicht so schwerwiegend ist, dass es sich um einen Fall von geistiger Behinderung handelt. Laut Wikipedia ist das die „beste“ Definition von Lernbehinderung. Mir persönlich sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich solche Begriffe wie „Schulleistungsversagen“ lesen muss. Ich möchte es etwas netter formulieren. Für mich ist Lernbehinderung eine Beeinträchtigung des Lernvermögens die unterschiedlich stark sein kann. Das Problem ist, das die Lernbehinderung völlig unterschiedliche Ausprägungen haben kann. Es gibt eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, einen Leserückstand, eine Rechenschwäche, eine isolierte Rechtschreibschwäche, und andere Einschränkungen.

Sie ahnen es wahrscheinlich schon. Es ist nicht ganz leicht zu definieren in welchen Bereichen Menschen mit Lernbehinderung Probleme im Umgang mit Software haben. Die Probleme von Lernbehinderten sind sehr unterschiedlich. Dennoch gibt es ein paar generelle Aussagen die ich machen kann.

Lange und verschachtelte Sätze, sind für viele Menschen mit Lernbehinderung ein Problem. Fachausdrücke sind für viele Menschen mit Lernbehinderung ebenfalls sehr problematisch. Software bei der Fragen schriftlich beantwortet werden müssen und es auf eine korrekte Rechtschreibung beim beantworten ankommt, sind ein Problem für Menschen mit Lernbehinderung. Unübersichtliche Eingabemasken können für Menschen mit Lernbehinderung ebenso ein Problem sein.

Wie die Probleme von Menschen mit Lernbehinderung bei der Software-Entwicklung gelöst werden können, erfahren Sie im Artikel „Wie kann eine Software für Lernbehinderte barrierefrei gemacht werden?