Wird es bald keine Suchmaschinenoptimierung mehr geben?

Seit Google mit dem Penguin-Update den Suchalgorithmus verändert hat, werden wieder Gerüchte laut, dass es die Suchmaschinenoptimierung bald nicht mehr geben wird, weil dem Suchmaschinenoptimierer die Möglichkeiten genommen werden. Ob da was drin ist, erfahren Sie in diesem Blogartikel.

Im Blogartikel „Google sorgt für mehr Qualität mit dem Penguin-Update“ habe ich bereits erklärt, dass die Suchmaschine Google Ihre Suchfunktion gründlich überarbeitet hat, um dem Suchenden mehr Qualität in den Suchergebnissen zu bescheren. Immer wenn so etwas geschieht, wird häufig der Suchmaschinenoptimierung der Tod erklärt. So schnell stirbt die Suchmaschinenoptimierung aber nicht.

Früher hat es gereicht einen Text zu schreiben bei dem ein bestimmter Suchbegriff eine Keyworddichte von 4% erreicht, einfacher Linkaufbau und das war es! So einfach ist das heute nicht mehr und wird es auch in Zukunft nicht mehr sein.

Das erste Ziel einer Webseite muss sein, dass sie einen Inhalt(engl. Content) hat, der für den Webseitenbesucher einen Mehrwert darstellt. Wenn ein Webseitenbesucher von dem Inhalt einer Webseite richtig begeistert ist, kann es sein, dass er ganz freiweilig einen Link auf diese Webseite, also einen Backlink, macht!

Die Sache mit den Backlinks, hatte aus sicht von Google, den Haken dass auch Programme Links in Foren oder Blogs erzeugen können. Außerdem wurde es immer mehr Mode, dass man sich einfach Backlinks kauft! Somit war ein Backlink kein Merkmal mehr, dass der Inhalt einer Webseite besonders wertvoll ist.

Nun kommt Social Media ins Spiel. Wenn eine Webseite guten Inhalt hat, wird Sie auf Social Media Plattformen erwähnt. Bekommt die Webseite einen „Like“ oder ein „+1“ ist das ein Indiez für Qualität. Auch wenn eine erwähnte Webseite „geteilt“ oder gute Kommentare bekommt ist das ein Zeichen von Qualität. Google kann, natürlich bei Google+, mittlereweile auch die Qualität von Kommentaren untersuchen. So bekommen Accounts von Autoren mehr „Vertrauen“ als Accounts mit weniger qualitativen Texten. Es ist denkbar, dass in Zukunft, Webseiten von Personen, die in Social Media qualitativ hochwertige Beiträge schreiben, bessere Google-Positionen erreichen als andere.

Hat das noch was mit Suchmaschinenoptimierung zu tun? Stirbt die Suchmaschineoptimierung (=SEO) doch?

Nein! Für Leute die mit Tricksereien gearbeitet haben kommen harte Zeiten! Leute die meinen mit Meta-Tags und reiner Backlinkaufbau kann man auf Platz 1 kommen, werden es auch schwer haben. Suchmaschinenoptimierer werden in Zukunft Beratertätigkeiten leisten müssen und sich zwangsläufig auch mit Social Media auseinander setzen müssen. Die Suchmaschinenoptimierung wird definitiv nicht sterben, sondern sich sehr stark verändern!

Die SEO-Welt nach Penguin

Wojciech Dziedzic arbeitet im Online Marketing bei der Projektplattform twago – einem Marktplatz zur Vermittlung von Online-Arbeit für Freelancer aus verschiedenen Branchen, wie Programmierung, Webdesign, Übersetzungen, SEO, SEM, IT und vielen mehr. Er schreibt unter anderem über Suchmaschinenoptimierung und Social Media.

Das neueste Update des Google Suchalgorithmus – Penguin – das Ende April ins Leben berufen wurde, hat für viel Unruhe in der Welt der Suchmaschinenoptimierung gesorgt. Am Montag nach der Einführung der Änderung konnte man mit dem in Deutschland wohl populärsten SEO-Tool – Sistrix – nicht wirklich arbeiten, weil die Server überlastet waren. Jeder wollte die Positionen seiner Keywords und die Visibility seiner Domain checken und überprüfen, ob er vom Penguin-Update betroffen wurde. Viele Seiten haben einiges an Sichtbarkeit und Positionen verloren, aber es gibt auch welche, die dank dieser Änderung viel gewonnen haben. Das Problem mit Penguin ist, dass man nicht feststellen kann, ob die Verschlechterung der Positionen durch das neueste „Google-Tier“ verursacht wurde, oder ob es ein natürlicher Trend ist. Bei großen Drops sollte man vielleicht die Backlink-Struktur näher analysieren, aber wenn ein Keyword drei oder vier Positionen verloren hat, ist es möglich, dass die Wettbewerber fleißiger waren und einige gute Links gesetzt haben.

Wenn man doch feststellt oder es für sehr wahrscheinlich hält, dass die Verschlechterung der Positionen im Suchmaschinenranking die Konsequenz vom Penguin Update ist, sollte man eine nähere Analyse der Backlinkstruktur durchführen. Gerade jetzt ist es so wichtig wie nie zuvor, dass man überwiegend hochqualitative Links hat. Die Qualität sollte weit vor der Quantität sein. Obwohl es vielleicht unlogisch klingt, sollte man bei der Analyse die schwächsten Links auswählen und diese einfach loswerden. Sie können mehr „Minuspunkte“ bringen, als man denken könnte.

Dazu kommt noch die Analyse der „Nachbarschaft“. Gemeint sind hier externe Links des Kooperationspartners. Sollte er Online-Spiele, Online-Casinos, Chats, Dating oder Erotikseiten verlinken und gleichzeitig einen Link zu unserer Seite gesetzt haben, kann es Konsequenzen für die verlinkte Seite haben. Das war schon vor dem Penguin-Update so, aber jetzt wird viel mehr darauf geachtet. Natürlich gibt es Seiten, die trotz unrelevantem Content oder „Black Hat SEO“ (Verbotene oder unerwünschte SEO-Maßnahmen) immernoch gut ranken und deren Betreiber nur lachen, wenn sie von Suchalgorithmus-Updates hören, aber sie können vom nächstem Update auch betroffen werden.

Ein weiterer Schritt ist die Analyse der Anchortexte in bereits publizierten Gastbeiträgen. Hier wird großer Wert darauf gelegt, dass die Linktexte nicht zu stark sind. Das heißt eine Verlinkung zur gleichen Landing Page mit gleichem oder ähnlichen Anchortext kann auch einen negativen Einfluß haben. Früher hat man mehr an „exact matching“ (das exakte Keyword) gesetzt, jetzt gelten die sogenannten „long tails“ (Anchortext bestehend als zwei, drei oder mehr Wörtern) als viel wertvoller. Die Säuberung des eigenen Linkprofils kann schneller gehen, als neue Links zu setzen und damit die Wirkung der schlechten Links auszugleichen.

Autor: Wojciech Dziedzic