Barrierefreie Appentwicklung: Windows-Apps zugänglicher machen

In diesem Artikel erkläre ich, die wichtigsten Kriterien um Windows-Apps barrierefrei entwickeln zu können.

In diesem Artikel wird beschrieben, wie barrierefreie UWP-Apps (Universelle Windows-Plattform) entwickelt werden können. Insbesondere wird vorausgesetzt, dass Sie wissen, wie Sie die logische Hierarchie für Ihre App entwerfen können. Hier erfahren Sie, wie Sie barrierefreie UWP-Apps für Windows 10 entwickeln, die Tastaturnavigation, Farb- und Kontrasteinstellungen und Unterstützung für Hilfstechnologien enthalten.

Allgemeines zur Appentwicklung für das Microsoft-Betriebssystem Windows

Windows-Apps werden mit der Programmiersprache C# entwickelt.
Als Entwicklungsumgebung wird Visual Studio verwendet.
In diesem Artikel wird beschrieben, wie barrierefreie UWP-Apps (Universelle Windows-Plattform) entwickelt werden können. Insbesondere wird vorausgesetzt, dass Sie wissen, wie Sie die logische Hierarchie für Ihre App entwerfen können. Hier erfahren Sie, wie Sie barrierefreie UWP-Apps für Windows 10 entwickeln, die Tastaturnavigation, Farb- und Kontrasteinstellungen und Unterstützung für Hilfstechnologien enthalten.
Sie sollten drei Dinge tun, um sicherzustellen, dass Ihre App barrierefrei ist:

  • Machen Sie Ihre UI-Elemente auf programmgesteuerten Zugriff verfügbar.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre App die Tastaturnavigation für Personen unterstützt, die keine Maus oder keinen Touchscreen verwenden können.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre App barrierefreie Farbe und Kontrast-Einstellungen unterstützt.
Tastatur mit einer Taste auf der Barrierefrei steht
Quelle: Edler von Rabenstein – 252045538 / Shutterstock.com

Anmerkung von Markus

Microsoft weiß ganz genau dass Menschen mit einer Sehbehinderung die App-Oberfläche zoomen möchten um den Text besser lesen zu können.
Des weiteren weiß Microsoft dass es Menschen mit Sehbehinderung gibt welche die Systemschrift im Betriebssystem vergrößern. Warum der Punkt Übernahme von Betriebssystemeinstellungen ebenso fehlt ist mir schleierhaft. Aber gut, obige drei Punkte behauptet Microsoft auf seiner Webseite reichen, damit eine Windows App barrierefrei ist.

Programmgesteuerter Zugriff

Programmgesteuerter Zugriff ist wichtig damit eine Windows-App. Dies erfolgt durch die Festlegung des Namens (erforderlich) und der Beschreibung (optional) zur Verwendung durch Bildschirmleseprogramme für den Inhalt und die interaktiven UI-Elemente Ihrer App. Dadurch wird sichergestellt, dass die UI-Bedienelemente für Assistive bzw. unterstützende Technologien (z. B. Sprachausgabe) oder alternative Audioausgabegeräte (z. B. Braille-Anzeigen) verfügbar gemacht wird. Ohne den programmgesteuerten Zugriff können die APIs für Eingabehilfen Informationen nicht korrekt interpretieren. Dadurch können Benutzer Produkte nicht ausreichend verwenden oder es wird erzwungen, dass die AT undokumentierte Programmierschnittstellen oder Techniken verwenden, die nie als barrierefreie Benutzeroberfläche verwendet werden sollten. Wenn UI-Bedienelemente für Hilfstechnologien verfügbar gemacht werden, kann die AT feststellen, welche Aktionen und Optionen für den Benutzer verfügbar sind.

Anmerkung von Markus

Das was Microsoft hier sehr unpräzise erklärt, bedeutet dass eine App für Screenreader Informationen bereit stellen soll.

Navigation mithilfe der Tastatur

Für Benutzer, die blind sind oder eine Sehbehinderung haben, ist die Navigation auf der Benutzeroberfläche mit einer Tastatur äußerst wichtig. Allerdings sollten nur UI-Bedienelemente einen Tastaturfokus erhalten, die eine Benutzerinteraktion erfordern. Komponenten, die keine Aktion erfordern, z. B. statische Bilder, erfordern keinen Tastaturfokus.
Es ist wichtig, zu beachten, dass im Gegensatz zur Navigation mit einer Maus oder per Fingereingabe die Tastaturnavigation linear ist. Bei der Tastaturnavigation sollten Sie überlegen, wie der Benutzer mit Ihrem Produkt interagiert und was die logische Navigation wird. In westeuropäischen Kulturkreisen liest man von links nach rechts und von oben nach unten. Es ist daher üblich, dieses Muster für die Navigation per Tastatur zu verwenden.
Untersuchen Sie beim Entwerfen der Tastaturnavigation Ihre Benutzeroberfläche und denken Sie über diese Fragen nach:

Wie sind die Bedienelemente angeordnet oder in der Benutzeroberfläche gruppiert?

  • Gibt es ein paar erhebliche Bedienelementgruppen?
    • Falls ja, enthalten diese Gruppen eine andere Ebene von Gruppen?
  • Sollte die Navigation zwischen Peer-Bedienelementen durch die TAB-Taste oder über spezielle Navigation (z. B. Pfeiltasten) erfolgen, oder beides?

Dem Benutzer soll dadurch ein Verständnis darüber vermittelt werden, wie die Benutzeroberfläche angeordnet ist und wie die behandelten Steuerelemente ermittelt werden. Wenn Sie erkennen, dass zu viele Tabstopps vorhanden sind, bevor der Benutzer die Navigationsschleife abgeschlossen hat, können Sie in Betracht ziehen, verwandte Steuerelemente gemeinsam zu gruppieren. Einige verknüpfte Bedienelemente, z. B. ein Hybrid-Steuerelement, müssen eventuell in diesem frühen Stadium behandelt werden. Nach begonnener Produktentwicklung ist es schwierig, die Tastaturnavigation zu überarbeiten. Planen Sie daher sorgfältig und frühzeitig!

Farbe und Kontrast

Eine integrierte Eingabehilfe in Windows ist der Modus mit hohem Kontrast, der den Farbkontrast von Texten und Bildern auf dem Bildschirm erhöht. Bei manchen Personen führt ein erhöhter Farbkontrast zu einer Reduzierung der Belastung für die Augen und einer besseren Lesbarkeit. Wenn Sie Ihre Benutzeroberfläche mit hohem Kontrast überprüfen, dann stellen Sie sicher, dass die Steuerelemente konsistent und mit Systemfarben (nicht mit hartcodierten Farben) codiert wurden, um zu gewährleisten, dass alle Steuerelemente auf dem Bildschirm angezeigt werden, die ein Benutzer sehen würde, der den hohen Kontrast nicht verwendet.

Sofern Sie Systemfarben nicht außer Kraft gesetzt haben, unterstützt eine UWP-App Designs mit hohem Kontrast standardmäßig. Wenn sich ein Benutzer für die Verwendung eines Designs mit hohem Kontrast aus den Systemeinstellungen oder Tools für die Barrierefreiheit entscheidet, werden vom Framework automatisch Farben und Stileinstellungen verwendet, mit denen für Steuerelemente und Komponenten auf der Benutzeroberfläche ein Layout und Rendering mit hohem Kontrast entsteht.

Farbkontrastverhältnis – Der aktualisierte Abschnitt 508 des Gesetzes für Amerikaner mit Behinderung (Americans with Disability Act) sowie andere Rechtsvorschriften erfordern, dass der standardmäßige Farbkontrast zwischen Text und Hintergrund das Verhältnis 5:1 aufweisen muss. Für großen Text (Schriftgröße 18 oder 14 fett markiert) beträgt das erforderliche Kontrastverhältnis 3:1.

Farbkombinationen – Etwa 7 Prozent des Männer (und weniger als 1 Prozent der Frauen) weisen ein Farbdefizit auf. Benutzer mit Farbenblindheit haben Probleme bei der Unterscheidung zwischen bestimmten Farben. Es ist daher wichtig, dass niemals nur Farben verwendet werden, um Status oder Bedeutung in einer Anwendung zu vermitteln. Für dekorative Bilder (wie Symbole oder Hintergründe) sollten Farbkombinationen so gewählt werden, dass die Wahrnehmung des Bilds durch den farbenblinden Benutzer maximiert wird.

Anmerkung von Markus

Der Farbkontrast kann mit der kostenlosen Software Colour Contrast Analyser überprüft werden.

Schlussbemerkung

Die Barrierefreiheit bei Apps in 3 Punkte abhandeln zu wollen ist albern. Ich habe diese Richtlinien hier wiedergegeben, weil sie in deutscher Sprache im Internet stehen. Ich rate aber dringend davon ab Apps nach diesen Richtlinien barrierefrei zu entwickeln.

Wenn Sie fragen zu obige Themen haben Schreiben Sie mir eine Mail an info@marlem-software.de oder rufen Sie mich an unter 07072/1278463 .


Autor: Markus Lemcke

Ich bin Markus Lemcke, Softwareentwickler, Webentwickler, Berater und Dozent für barrierefreies Webdesign, barrierefreie Softwareentwicklung mit Java + C#, Barrierefreiheit bei den Betriebssystemen Windows, Android, IOS und Ubuntu.

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